Der "Company Builder" Finconomy legt seine beiden Unternehmen Fundsaccess und Weadvise zusammen. Fundsaccess bietet Finanzvertrieben Beratungssoftware an, Weadvise hat eine White-Label-Lösung für die digitale Vermögensverwaltung entwickelt.

"Durch die Kombination wollen die Management-Teams beider Unternehmen den führenden Anbieter für die digitale und hybride Investmentberatung formen", heißt es in einer Pressemitteilung. Das gemeinsame Angebot umfasst unter anderem digitale Anlageassistenten, Apps, eine transaktionsbankübergreifende Kundenverwaltung und Beratungsstrecken, die der Berater gemeinsam mit seinem Kunden durchläuft. Die B2B-Kunden könnten sich aus einzelnen Modulen eine individuelle Lösung zusammenstellen, so das Unternehmen.

"Die Produktangebote der beiden Unternehmen ergänzen sich gut"
"Wir hatten Weadvise ursprünglich als selbstständiges Unternehmen gegründet, um verschiedene Zielgruppen ansprechen und eine Mehrmarken-Strategie verfolgen zu können", erläutert Finconomy-Vorstandschef Reinhard Tahedl im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. Fundsaccess ist vor allem im Segment der Vertriebsorganisationen stark vertreten, Weadvise dagegen richtet sich in erster Linie an unabhängige Vermögensverwalter. "Wir sind nun aber zu dem Entschluss gekommen, dass Weadvise und Fundsaccess schneller wachsen können, wenn sie ihre Kräfte bündeln", so Tahedl.

Aus seiner Sicht sprechen zwei weitere Punkte für die Zusammenlegung: "Zum einen ergänzen sich die Produktangebote der beiden Unternehmen, zum anderen lassen sich durch die Fusion Skaleneffekte nutzen und damit die Kosten-Ertragsrelationen verbessern."

Weadvise bleibt als Marke erhalten
Konkret wird die Weadvise AG auf die Fundsaccess AG verschmolzen. Fundsaccess gehört zu 100 Prozent Finconomy, an Weadvise ist die Gesellschaft zu 70 Prozent beteiligt. Die restlichen Anteile liegen bei Mitgründern, Vermögensverwaltern und ehemaligen Private Bankern (FONDS professionell ONLINE berichtete). Sie bringen ihre Anteile ein und erhalten im Gegenzug Fundsaccess-Aktien.

Fundsaccess erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 rund 4,5 Millionen Euro Umsatz, Weadvise knapp 1,6 Millionen Euro. Fundsaccess schrieb Gewinne, das erst 2018 gegründete Weadvise noch nicht. Das gemeinsame Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als sechs Millionen Euro werde profitabel sein, versichert Tahedl. Die bestehenden Teams mit knapp 50 Mitarbeitern in München und Kiel bleiben erhalten. Weadvise wird als Marke fortgeführt.

1,3 Millionen Depots in der Betreuung
Auf der kombinierten Plattform werden Finconomy zufolge mehr als 1,3 Millionen Depots mit gut 62 Milliarden Euro Kundenvermögen administriert. Zu den B2B-Kunden des Unternehmens zählen Finanzdienstleister wie Axa, Gothaer, Swiss Life Select und Jung, DMS & Cie. Insgesamt nutzen rund 25.000 Berater Fundsaccess-Software. (bm)