Der Schweizer Fondsanbieter GAM muss enttäuschende Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorlegen. Einer Pressemitteilung zufolge sank das verwaltete Vermögen im Vergleich zu Ende 2018 um 7,7 Milliarden Schweizer Franken (7,2 Mrd. Euro) auf 48,4 Milliarden Franken (45,6 Mrd. Euro). Der operative Gewinn vor Steuern brach auf 10,5 Millionen Franken (9,9 Mio. Euro) ein – nach 126,7 Millionen Franken (119 Mio. Euro) im Jahr 2018.  Nach dem IFRS-Standard gerechnet ergab das einen Verlust von 3,5 Millionen Franken (3,3 Mio. Euro), gegenüber einem Verlust von 916,8 Millionen (863 Mio. Euro) im Jahr 2018.

Der Vermögensverwalter begründet das gesunkene Vermögen mit Nettoabflüssen von 11,1 Milliarden Franken (10,4 Mrd. Euro). 5,1 Milliarden Franken (4,8 Mrd. Euro) gingen auf Kapitalentnahmen aus im Rentenbereich zurück. Im Equity-Segment flossen GAM netto 3,3 Milliarden Franken (3,1 Mrd. Euro) ab. Bei den Multi-Asset-Strategien betrugen die Nettoabflüsse 0.8 Milliarden Franken (0,7 Mrd. Euro), aus alternativen Anlagen entnahmen Kunden 0.7 Milliarden Franken (0,6 Mrd. Euro).

Umbau der Konzernleitung
In den Zahlen hat GAM nicht die Abflüsse aus den liquidierten sogenannten Absolute-Return-Bondsfonds (ARBF) von Ex-Manager Tim Haywood eingerechnet. Dieser musste den Vermögensverwalter Mitte 2018 wegen angeblicher Verstöße gegen interne Richtlinien verlassen. In der Zwischenzeit haben sich beide Seiten aber geeinigt. Die Affäre um Haywood dürfte aber immer noch Auswirkungen auf die Geschäfte der Gesellschaft haben, unter anderem da sie auch eine Reihe an Abgängen von Top-Managern nach sich zog.

Der Fondsanbieter hat ferner angekündigt, die Konzernleitung umzubauen und so die Prozesse zu vereinfachen: Ab April soll das Führungsgremium aus Vorstandschef Peter Sanderson, Finanzvorstand Richard McNamara, Risiko-Chef Elmar Zumbühl und Steve Rafferty als Verantwortlichem für das operative Geschäft bestehen. 

Die Konzernleitung verlassen werden hingegen Vertriebschef Tim Rainsford, Rachel Wheeler (Group General Counsel) und Martin Jufer, Leiter des Bereiches Service-KVG. Sie sollen aber bei GAM bleiben und "wichtige Führungsrollen im neu zusammengesetzten Senior Leadership Team ausüben". (jb)