Hanse Merkur, ihre Tochter BD24 Berlin Direkt Versicherung und die Zeitschrift "Computer Bild" haben nach eigenen Angaben zusammen eine Versicherung entwickelt, mit der sich Privatpersonen gegen Schäden aus Cyberattacken schützen können. Kostenpunkt im Monat: 4,99 Euro. 

Für die knapp fünf Euro gibt es dann ein Frühwarnsystem zum Schutz persönlicher Daten im Netz, etwa gegen den Missbrauch von Passwörtern und Kreditkartendaten, und einen Identitätsschutz. Ferner ist die Wiederherstellung gespeicherter Daten, ein Internet-Käuferschutz gegen Einkaufsbetrug im Internet sowie ein Reputationsschutz Teil des Paketes.

"Mogelpackungen"
Die Versicherung dürfte die erste Cyber-Police für Verbraucher sein. Im gewerblichen Bereich existieren solche Policen schon länger, der Markt wächst: Nach Schätzungen der Wirtschaftsberatung KPMG wird 2025 das jährliche Prämienvolumen rund 20 Milliarden US-Dollar betragen. Zum Vergleich: 2015 waren es erst 2,5 Milliarden Dollar. Größere und kleinere Unternehmen versuchen vermehrt, sich gegen die für sie gravierenden Folgen von Hacker-Angriffen und IT-Viren zu schützen.

Ob ihnen vonseiten der Versicherer im Falle des Falles tatsächlich geholfen wird, steht aber auf einem anderen Blatt. Da der Bereich für die Anbieter Neuland ist, versuchen sie, in den Vertragsbedingungen möglichst viele Schadensfälle auszuschließen. Experten wie Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg, bezeichnen daher zahlreiche der existierenden Policen auch als "Mogelpackungen"

Es bleibt daher abzuwarten, ob diese und andere Cyber-Policen für Privatleute ihre Geld wirklich wert sind. Dann könnten sie eventuell auch für Vermittler interessant werden. Aus der Pressemitteilung zum Produktstart geht aber nicht hervor, über welche Kanäle die Versicherung vertrieben wird. (jb)