Wenige Klicks – und schon erfahren Nutzer, was sie in ihrem Beruf, in ihrer Branche, mit ihrem Abschluss und in ihrem Alter verdienen sollten. Seit Dienstag (27. Oktober) ist der Online-Gehaltsrechner auf der Seite des Statistischen Bundesamts für alle Bürger kostenfrei verfügbar, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). 

Das Besondere: Anders als bei anderen Tools stützen sich die Kalkulationen des Programms nicht auf freiwillige Angaben irgendwelcher Internetnutzer, sondern auf die sogenannte Verdienststrukturerhebung, die die Statistischen Ämter der Länder und des Bundes alle vier Jahre erheben. An der Befragung nehmen etwa 60.000 zufällig ausgewählte Betriebe teil, die Daten zum Verdienst sowie personenbezogene und arbeitsplatzspezifische Informationen beisteuern. Die aktuellsten Daten stammen aus dem Jahr 2018.  

Wir wollten es genauer wissen und haben den Rechner mit den Angaben eines respektive einer fiktiven 45-jährigen Beschäftigten mit Master-Abschluss gefüttert, der/die in der Finanzbranche in verschiedenen Funktionen festangestellt ist. Das Resultat sehen Sie hier: 

Hohe Datenqualität
Das Amt betont die hohe Qualität und Aussagekraft der Daten. "Die Angaben zu den einzelnen Angestellten (wie zum Beispiel der Verdienst) kommen aus der Lohnabrechnung der Betriebe, was eine hohe Datenqualität gewährleistet", schreibt die Behörde auf ihrer Website. 

Auch bei unabhängigen Fachleuten kommt das Portal gut an: "Hinter dem Rechner liegen sehr gute Daten und ein vernünftiges Regressionsmodell", sagt Vergütungsforscher Guido Friebel von der Goethe Universität in Frankfurt am Main der FAZ. "Kommerzielle Gehaltsrechner haben dagegen keine Repräsentativität, da sie nicht überprüfen können, wer welche Daten dort eingibt." (fp)