Das Brexit-Chaos und die Angst vor einer Rezession machen sich in den Kontoständen von Bankern bemerkbar, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Personalberatung Options Group. Diese rechnet damit, dass Gehälter und Boni von Investmentbankern, die im laufenden Jahr für 2018 ausgeschüttet werden, weltweit um 0,6 Prozent schrumpfen. Im vergangenen Jahr konnten sich Banker im Schnitt noch über ein Plus von einem Prozent freuen.

Je nach Tätigkeit trifft es nicht alle Bankmitarbeiter gleich hart. Im Geschäft mit Börsengängen, Fusionen und Übernahmen steigen die Vergütungen im laufenden Jahr voraussichtlich noch – allerdings um lediglich 0,3 Prozent statt wie im Vorjahr um satte zehn Prozent. Anleihen-, Währungs- und Rohstoffhändler müssen im Schnitt mit Einbußen in Höhe von 2,6 Prozent rechnen. Anders ihre Kollegen im Aktienhandel: Dort klettern die Vergütungen voraussichtlich um 3,2 Prozent.

Die fetten Jahre sind vorbei
In den USA sinken Gehälter und Boni mit einem Minus von 0,4 Prozent nicht sonderlich stark. In Europa, Afrika und dem Nahen Osten rechnen die Experten der Options Group dagegen mit einem Rückgang um durchschnittlich 1,7 Prozent. Vor allem im Beratungsgeschäft zeigen sich massive Unterschiede: In den USA steigen die Vergütungen im Advisory im laufenden Jahr im Schnitt um 2,7 Prozent. Diesseits des Atlantiks sinken sie um 5,3 Prozent.

Der Gehaltsgraben zwischen den USA und dem Rest der Welt wird breiter. Das liegt nicht zuletzt am nahenden Brexit. Gerüchte machen die Runde, dass ein Drittel der Londoner Banken die Boni komplett streichen und eine Nullrunde einlegen könnte, so Dirk Friederich, Headhunter bei der Personalberatung Boyden, gegenüber dem "Handelsblatt". Zudem nutzen offenbar viele Banken Brexit-bedingte Umstrukturierungen, um Gehälter zu drücken. (fp)