Der britische Investor Bill Browder hat die skandinavische Großbank Nordea wegen dubioser Geldflüsse angezeigt. Der Geschäftsmann behauptet der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, er habe Beweise, dass verdächtige Beträge in Höhe von 405 Millionen US-Dollar über Konten von Nordea geflossen sind. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) ist noch völlig unklar, ob die Vorwürfe gegen die Großbank stichhaltig sind und welche Ausmaße die Sache annehmen könnte. 

Die Zahl, die Browder in der Anzeige gegenüber dem einzigen globalen systemrelevanten Kreditinstitut in den nordischen Ländern nennt, ist mehr als doppelt so hoch wie seine frühere Schätzung. "Die endgültige Zahl ist unbekannt", sagte Browder am Montag in einem Bloomberg-Interview. "Wir arbeiten weiter an allen Daten die wir haben, und wir erhalten weiterhin mehr Daten aus verschiedenen Ländern." Eine Nordea-Sprecherin sagte, dass die Bank die Anzeige zur Kenntnis genommen hat und nun mit den Behörden zusammenarbeitet. 

Nicht der erste Geldwäsche-Skandal in Skandinavien
Browder hatte bereits bei den Geldwäsche-Ermittlungen gegen die dänische Danske Bank eine wichtige Rolle gespielt. Er hatte die das Geldhaus angezeigt, weil er sich mit seiner Investmentfirma Hermitage Capital als Geschädigter sah. Inzwischen ist klar, dass es sich dabei um einen der größten Geldwäsche-Skandale Europas gehandelt haben dürfte. Behörden aus verschiedenen Ländern untersuchten Transaktionen von insgesamt 200 Milliarden Euro, die über eine Tochtergesellschaft der Danske abgewickelt wurden. Nordea, die ihren Firmensitz derzeit von Schweden nach Finnland verlegt, ist indes deutlich größer als die Danske Bank – und das einzige global systemrelevante Kreditinstitut in Skandinavien. (fp)