Der italienische Versicherer Generali ist in Portugal auf Einkaufstour gegangen. Die Nummer Eins am italienischen Markt übernimmt die Seguradoras Unidas, die unter dem Markennamen Tranquilidade auftritt und der zweitgrößte portugiesische Versicherer ist, sowie den Gesundheitsdienstleister Advance Care. Der Kaufpreis für beide Gesellschaften, die dem US-Finanzinvestor Apollo gehörten, beträgt laut einer Mitteilung der Generali 600 Millionen Euro. 

Tranquilidade hat im Bereich Schaden- und Unfall-Policen einen regionalen Marktanteil von 15,5 Prozent. Größer ist nur Fidelidade, die dem chinesischen Investor Fosun gehört. Zudem bietet die Gesellschaft auch Lebensversicherungen an.

Allianz war mit im Rennen gewesen
Die Generali wollte sich eigentlich aus Portugal zurückziehen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Insider berichtet. Angesichts der Chance, durch die Übernahme den kleinen Marktanteil in Portugal von fünf Prozent auszubauen, sei es aber zu einer strategischen Wende gekommen. Der Versicherer selbst schreibt in seiner Pressemitteilung, dass beide Übernahmen der Konzernstrategie geschuldet seien, mit gezielten Zukäufen weiter profitabel zu wachsen. 

An Tranquilidade hatte dem Handelsblatt zufolge auch die Allianz Interesse gezeigt. Für den größten europäischen Versicherer wäre ein Einstieg attraktiv gewesen, da sie Ende des Jahres ihren Bankvertriebspartner für Lebensversicherungen in Portugal verliert: Die Bank BPI wird von der spanischen Caixabank übernommen. Allianz-Sachversicherungen soll die BPI aber weiter verkaufen. (jb)