Genobanken machen mit Trading-App Kampfansage an Trade Republic & Co.
Die Konkurrenz durch Neobroker wie Scalable oder Trade Republic setzt den Genossenschaftsbanken zu. Um jüngere und digitalaffine Kunden mit Interesse an Wertpapiergeschäften zu halten und zu gewinnen, wollen die Banken nun mit einer neuen Trading-App starten.
Die Volks- und Raiffeisenbanken möchten eine App rein für den Wertpapierhandel anbieten, um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Information des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank sowie des Asset Managers Union Investment an die 650 Genossenschaftsbanken. Das Projekt "Zuwachs" wird in dem Schreiben als "digitales Neukundenmodell" bezeichnet. Es habe das "Ziel der anschließenden Überführung gewonnener Kunden an die Genossenschaftsbanken". Das gelte für den Fall, dass Kunden weiteren Beratungsbedarf hätten, schreibt die Zeitung.
Digitalaffine, wechselbereite Kunden
Die App ist eine weitere Reaktion der Genossenschaftsbanken auf die zunehmende Konkurrenz durch Neobroker wie Trade Republic und Scalable sowie Neobanken wie Revolut. Auch Onlinebanken setzen verstärkt auf das Wertpapiergeschäft. "Die Auswirkungen sind spürbar: rückläufige Brokerage-Marktanteile, zunehmender Druck auf Einlagen und eine wachsende Bereitschaft von Kunden, Anbieter zu wechseln", zitiert die Zeitung weiter aus dem Schreiben. Es gehe nicht nur um die jüngere Zielgruppe, sondern generell um digitalaffine, wechselbereite Kundengruppen über alle Altersklassen hinweg.
Interne Zweifel an der App
Innerhalb des genossenschaftlichen Sektors ist eine zentrale Brokerage-App Insidern zufolge allerdings umstritten, weil die einzelnen Banken hier keinen direkten Kundenkontakt hätten, schreibt das "Handelsblatt". Traditionell eröffnen Kundinnen und Kunden Konten bei einer der Banken vor Ort. Denn die Gewinnung neuer Kunden dürfte für die Volksbanken künftig noch wichtiger werden. Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen viele Institute mit einem Rückgang der Kundenzahl rechnen, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma PwC prognostiziert. Sie laufen laut der PwC-Studie Gefahr, bis 2045 rund sechs Prozent der Kundenbasis zu verlieren. (fp)




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