Genobanken zögern beim Kryptohandel
Die Volks- und Raiffeisenbanken waren lange Zeit Vorreiter bei der Einführung eines Angebots für den Kryptohandel von Privatkunden. Im Moment gehen einige Institute aber offenbar etwas vom Gas, was unter anderem regulatorische Gründe hat.
Michael Hoeck, Chef des Genoverbandes, sieht in den Führungsetagen vieler Volks- und Raiffeisenbanken vorerst ein Zögern rund um das neue Angebot zum Kryptohandel für Privatkunden, vor allem mit Bitcoin, welches im deutschen genossenschaftlichen Bankensektor entwickelt wurde. Längerfristig rechnet er jedoch damit, dass ein Großteil der Institute auf den Zug aufspringen wird.
"Ich beobachte eine gewisse Zurückhaltung unter den Vorständen unserer Banken, was die Einführung eines Kryptoangebots anbelangt. Sie rennen dem neuen Produkt nicht die Tür ein", sagte der Chef des größten der bundesweit vier Regionalverbände im genossenschaftlichen Finanzsektor in einem Interview mit "Bloomberg News". Das liege daran, dass für jedes einzelne Institut eine Notifizierung bei der Bafin erforderlich sei, und oftmals werde vorab auch noch eine regulatorische Schulung gewünscht.
Pro Krypto im Herbst 2025
Im vergangenen Herbst war die Stimmung bezüglich Kryptos optimistisch, nachdem sich viele Genossenschaftsinstitute in den Jahren zuvor damit auch wegen des spekulativen Charakters schwergetan hatten: Eine große Mehrheit (71%) der rund 260 im Genoverband organisierten Volks- und Raiffeisenbanken wollte die für den Handel mit Krypto-Assets notwendige IT-Strecke implementieren, die das genossenschaftlichen Zentralinstitut DZ Bank mit dem IT-Dienstleister Atruvia und der Börse Stuttgart entwickelt hat. Diese kann von den Geno-Ortsbanken genutzt werden. Allerdings entscheidet jedes Institut eigenständig, ob es den eigenen Kunden am Ende den Kryptohandel anbieten möchte.
"Wenn der Bedarf auf Kundenseite da ist, warum sollte man das dann nicht anbieten", so Hoeck. "Wir haben ein gutes Produkt für Selbstentscheider in der Gruppe entwickelt.” Das heißt, eine Beratung zu Kryptowährungen durch die Genobanken wird es nicht geben. Hoeck geht davon aus, dass am Ende etwa drei Viertel seiner Mitgliedsinstitute den Kryptohandel für private Kunden in ihr Angebot aufnehmen werden. "Nicht bis Ende 2026. Aber über die nächsten 36 bis 48 Monate vielleicht", sagte er. (Bloomberg/jb)














