Wer gemeinsame Interessen hat, versteht sich meist und harmoniert oft auch bei der Arbeit gut. So ist es jedenfalls bei Ingo Schröder, René Lerho und Marciano Koslowsky. Sie eint zum einen die Leidenschaft für den Sport – alle drei sind begeisterte Tennisspieler, die sich beim Spiel mit dem gelben Filzball kennengelernt haben. Zum anderen ist sich das Trio auch in professioneller Hinsicht einig. Die drei wollen unternehmerisch tätig sein, ihre eigenen Ideen umsetzen – das Resultat ist die in Köln ansässige Maiwerk Finanzpartner, eine Gesellschaft mit Erlaubnis als Honorar-Finanzanlagenberater gemäß Paragraf 34h und Versicherungsberater gemäß Paragraf 34d Absatz 2 Gewerbeordnung.

Schröder und Koslowsky kennen sich seit der Kindheit. Als Trio haben sie sich beim Strukturvertrieb Tecis gefunden und zusammengearbeitet, bis sie 2014 kündigten: Sie wollten selbst nach eigenen Vorstellungen unternehmerisch tätig sein. Die Kündigungsfrist nutzten sie, um sich klar zu werden, ob sie noch 20 oder 30 Jahre in der Finanzbranche bleiben möchten. "Die Frage haben wir schnell bejaht. Dann ging es darum, ein Geschäftsmodell zu finden, das ein echtes Alleinstellungsmerkmal hat, einen USP, der uns von anderen Beratern unterscheidet und mit dem wir uns erfolgreich am Markt positionieren können", so Ingo Schröder. Diesen USP haben sie mit der Honorarberatung gefunden, die immer noch eine Nische ist. Im Mai 2015 gründeten sie Maiwerk. 

34h-Erlaubnis als Marketinginstrument
Daher ist die 34h-Erlaubnis auch konsequent – nicht zuletzt aus Marketinggründen, so Schröder. Zwar könne auch ein 34f-Finanzanlagenvermittler gegen Entgelt beraten, die offizielle Bezeichnung als Honorar-Finanzanlagenberater helfe aber, von jemandem gefunden zu werden, der eine unabhängige Beratung sucht. Das Gleiche gelte für die entsprechende Erlaubnis im Versicherungsbereich.

Ihr Konzept ist bislang aufgegangen Aber eine gute Geschäftsidee reicht nicht, sie muss mit entsprechenden Arbeits- und Organisationsprozessen inklusive der Marketingseite umgesetzt werden. "Hierzu gehören auch Antworten auf die Fragen, was mein Service wert ist und was ich verlangen kann", erklärt Schröder. Entsprechend klar kommunizieren er und seine Mitstreiter ihre Honorare gegenüber Kunden. Die Preisliste ist sogar auf der Webseite zu finden. Bei der Geldanlage können es mit allen Modulen schnell rund 2.300 Euro werden, inklusive Mehrwertsteuer. "Das ist für unsere Kunden kein Problem. In der Regel kommen aufgeklärte Verbraucher zu uns, die schlechte Erfahrungen mit einer provisionsbasierten Beratung gemacht haben. Sie wissen, dass man bei einem Honorarberater Gebühren zahlen muss, und kennen auch deren Höhe."

Skalierung mit Videos
Beim Marketing und bei der Beratung spielen Erklärvideos eine wichtige Rolle. Diese stellen sie für die von ihnen angebotenen Kategorien Altersvorsorge, Geldanlage, Berufsunfähigkeit, Immobilien und private Krankenversicherung (PKV) auf ihrer Internetseite und bei Youtube ein. "Die Videos sind Teil der Standardisierung und Skalierbarkeit unserer Prozesse. Kunden können sich so vorab über die Grundlagen informieren, etwa über börsengehandelte Indexfonds oder die Besonderheiten einer PKV. Das spart Zeit in der persönlichen Beratung", erklärt Schröder.

Zudem sind Webinare mit solchen Einspielern ein separates kostenpflichtiges Angebot. "Verbraucher können bei uns aus zwei Varianten für die Beratung wählen. Selbstentscheider buchen Webinare mit Erklärvideos eingeschlossen Live-Calls für 49 bis 149 Euro." Variante zwei sei für Anleger, die sich die kostenlosen Videos anschauen und dann die Pakete für die persönliche Beratung buchen – inklusive Produktvermittlung, wenn gewünscht.

Weiteres Marketinginstrument
Die Videos sind aber nicht nur ein Mittel zur Prozessoptimierung, sondern auch Marketinginstrumente. Darüber hinaus generiert das Trio Anfragen über Google, etwa wenn ein Interessent nach "Honorarberatung Köln" sucht, über Social Media, Influencer und Blogger. Auch über Empfehlungen gewinnen sie Kunden. Und vermutlich werben sie mitunter auch beim Sport ein bisschen für sich – der Tennisclub gilt schließlich als Klassiker fürs Networking in der Branche. (jb)


Das vollständige Porträt von Maiwerk finden Sie in der Ausgabe 2/2022 von FONDS professionell ab Seite 336 oder hier im E-Magazin (Anmeldung erforderlich).