Die Finanzaufsicht Bafin bekommt noch mehr Arbeit. Nicht nur soll die Behörde nach dem Willen der Regierung im Zuge des Wirecard-Skandals mehr Befugnisse und damit mehr Aufgaben für die Kontrolle von Finanzdienstleistern erhalten, sie wird auch das neue kostenlose Vergleichsportal für Girokonten aufbauen und betreiben. Geplanter Start für das Angebot ist das zweite Quartal 2022, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Das überregionale Nachrichtenportal beruft sich dafür auf eine Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums zur Änderung des Zahlungskontengesetzes, welche ihr nach eigenen Angaben vorliegt. 

Als Übergangslösung sei vorgesehen, dass die Stiftung Warentest ihren bereits vorhandenen Girokontenvergleich ab dem 8. April 2021 für Verbraucher kostenlos anbietet. "Damit steht schon jetzt ein differenziertes und bewährtes Angebot kostenlos zur Verfügung, dass nicht provisionsfinanziert ist und durch eine erfahrene Anbieterin betrieben wird, die schon nach ihrer Stiftungssatzung die Förderung des Verbraucherschutzes zum Ziel hat", zitiert RND eine Person aus Koalitionskreisen.

Check24 stieg nach fünf Monaten wieder aus
Damit ist die Suche nach einem neuen Anbieter für den gesetzlich vorgeschriebenen Kontenvergleich beendet. Check24 hatte ein solches TÜV-zertifiziertes Portal rund fünf Monate betrieben, war aber Ende Januar nach Streitigkeiten mit Verbraucherschützern und Banken aus dem Projekt wieder ausgestiegen. Die Regierung hatte daraufhin einen neuen Anbieter gesucht, allerdings standen die Gesellschaften aus der Finanzbranche nicht gerade Schlange. Daher gab es bereits von Anfang an einen "Plan B" für eine öffentlich-rechtliche Lösung, der nun umgesetzt wird. 

RND berichtet weiter, dass Banken durch die geplante Gesetzesänderung verpflichtet werden, die jeweils gültigen Konditionen für Konten an die Bafin zu melden. Check24 musste die Daten manuell erfassen und zusammentragen. Der Betrieb der staatlichen Vergleichswebsite soll auch durch eine Umlage von den Banken selbst finanziert werden. Die Kosten werden mit jährlich 1,5 Millionen Euro angegeben. Dennoch sei vorgesehen, dass neben dem staatlichen Portal auch private Anbieter Vergleichsangebote ins Netz stellen können. (jb)


Eine ausführliche Analyse zum Ausstieg von Check24 lesen Sie in Ausgabe 1/2021 von FONDS professionell, die Ende März erscheint.