Der Skandal um den staatlichen malaysischen Entwicklungsfonds 1MDB, in den Goldman Sachs verstrickt ist, macht sich nun auch in der Führungsebene der US-Investmentbank bemerkbar. Das Institut hat angekündigt, einen Bonus in Höhe von mindestens sieben Millionen US-Dollar für ihren ehemaligen Chef Lloyd Blankfein zurückzuhalten, bis die Rolle der Bank in der Korruptionsaffäre vollständig geklärt ist. Auch die früheren Goldman-Sachs-Manager Michael Sherwood und Michael Evans müssen vorerst auf ihre Erfolgsprämien verzichten.

In dem Skandal um 1MDB geht es um drei Milliarden Dollar, die veruntreut worden sein sollen. Goldman Sachs hatte für den Fonds Bankgeschäfte abgewickelt. Im November vergangenen Jahres erhob die US-Justiz Anklage gegen zwei ehemalige Goldman-Sachs-Leute; der Staat Malaysia fordert Schadensersatz von der US-Investmentbank.

Der frühere Südostasien-Chef von Goldman Sachs hatte sich schuldig bekannt, an dem Betrug beteiligt gewesen zu sein. Sollte sich zeigen, dass die Investmentbank noch tiefer in den Skandal verwickelt ist, werden voraussichtlich die Boni mehrerer ehemaliger und amtierender Manager gekürzt.

Zweistellige Milliardensummen für die Chefs
Goldman Sachs hatte drei Anleiheemissionen des Staatsfonds mit einem Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar begleitet. Dafür kassierte die Bank 600 Millionen Dollar an Gebühren. Blankfein bekam für das Jahr 2018 eine Jahresvergütung in Höhe von 20,5 Millionen Dollar zugesprochen. Sein Nachfolger David Solomon, der seit Oktober 2018 an der Spitze des Geldhauses steht, verdiente im vergangenen Jahr 23 Millionen Dollar. Rund 21 Millionen davon bestehen laut "Handelsblatt" aus einer variablen Vergütung. (fp)