Investmentbanker zu werden kann sich lohnen, und zwar mehr denn je. Im Kampf um die besten Nachwuchstalente bieten Institute immer höhere Einstiegsgehälter. Die Deutsche Bank etwa hat kürzlich das Grundgehalt für Analysten im ersten Berufsjahr auf 100.000 US-Dollar angehoben – und steht damit nicht alleine da. Konkurrent Goldman Sachs legt jetzt noch einen obendrauf: Wie das "Handelsblatt" berichtet, bietet die US-Investmentbank Einsteigern neuerdings ein jährliches Grundgehalt von 110.000 Dollar.

Börsengänge, Wertpapierhandel, Firmenübernahmen: Das Geschäft von Banken und Brokern boomt. Entsprechend dringend benötigen sie frische Fachkräfte. Die befinden sich durch den Kampf um die besten Köpfe in einer komfortablen Verhandlungssituation. Sie verlangen nicht unbedingt immer mehr Geld, sondern teils auch kürzere Arbeitszeiten oder weniger Erfolgsdruck. Vor einigen Monaten machte eine geleakte Präsentation einer Gruppe junger Goldman-Sachs-Mitarbeiter die Runde, in der diese über "unmenschliche" Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Risiken klagten.

"Versucht, arme Kids anzuheuern"
Es passt nicht allen, dass viele Jungbanker heute glauben, am längeren Hebel zu sitzen als Personaler. "Wenn du nicht liebst, was du tust, und die Arbeitszeiten nicht deinem Lebensstil entsprechen, dann mach einfach etwas anderes", sagte Ex-Goldman-Banker Xavier Rolet laut "Handelsblatt" in einem Interview an die Adresse des Investmentbanking-Nachwuchses. Er selbst habe bei seinem Brancheneinstieg in den 1980-er Jahren sieben Tage pro Woche gearbeitet, bis zu 130 Stunden, und seinen Job angesichts der Bezahlung als Privileg empfunden.

Rolets Rat an Investmentbanken: Statt immer höhere Gehälter zu zahlen, sollten sie besser nach weniger anspruchsvollen Absolventen suchen. "Versucht, arme, 'hungrige' Kids anzuheuern, die es durchs College geschafft haben." (fp)