Deutschlands Geldinstitute setzen ihre Preispolitik auch in der Coronakrise fort. In den ersten vier Monaten des Jahres haben knapp 400 von mehr als 1.250 untersuchten Banken ihre Gebühren für Girokonten angehoben. Das geht aus einer Analyse des Verbraucherportals Biallo.de für die Süddeutsche Zeitung (SZ) hervor. Bis Ende Januar, also vor dem Ausbruch der Pandemie, hatten knapp 200 Banken und Sparkassen an der Gebührenschraube gedreht.

2019 hatten 550 Anbieter, also etwa die Hälfte aller Geldinstitute bundesweit, ihre Gebühren für Girokonten erhöht – oder überhaupt erstmals welche erhoben. "Die Zeitspanne zwischen den Erhöhungen wird tendenziell immer kürzer. Die Banken versuchen offenbar, über die höheren Preise für die Zahlungs- und Gehaltskonten Einbußen im Zinsgeschäft wettzumachen", sagte Horst Biallo, Gründer und Chef des gleichnamigen Online-Portals, der SZ.

Großer Einfallsreichtum
Auffällig: Die Preiserhöhungsrunden der Banken treffen vor allem die vermeintlich günstigen Kontovarianten wie Girokonto, Überweisungen, Daueraufträge oder Kreditkarten. Preiserhöhungen bei Premiumkonten sind laut Vergleichsportal selten. Dabei beweisen die Banken bei der Gestaltung der neuen Tarife viel Fantasie: So verlangt inzwischen etwa jedes zweite Institut eine Extra-Gebühr für "beleglose Buchungen", die bis zu 70 Cent je Transaktion betragen kann. (fp)