Größte Sparkasse macht Mitarbeiter zu Social-Media-Influencern
Im Kampf um Fachkräfte setzt die Hamburger Sparkasse auf Corporate Influencer. Rund 50 Mitarbeiter geben auf Linkedin Einblicke in ihren Arbeitsalltag – ohne inhaltliche Vorgaben, aber mit gezielter Schulung.
Die Hamburger Sparkasse (Haspa), mit einer Bilanzsumme von rund 57 Milliarden Euro die größte Sparkasse Deutschlands, setzt bei der Suche nach Mitarbeitern auch auf Social Media. Um dort sichtbar zu sein, hat sie einige Beschäftigte als sogenannte Corporate Influencer eingebunden und ihnen das dafür notwendige Wissen vermittelt.
Projekt "Haspa Voices" gestartet
Das Projekt trägt den Namen "Haspa Voices" und ist im vergangenen Jahr gestartet, wie Dennis Chan, Bereichsleiter People & Culture bei der Haspa, im Interview mit "Bloomberg News" erklärte. Aktuell gebe es knapp 50 solcher Influencer. "Es handelt sich um Mitarbeitende der Haspa, die bei Linkedin unterwegs sind und Einblicke aus dem Alltag der Haspa liefern", sagte Chan. "Vorgaben zu den Inhalten oder der Anzahl der Posts machen wir nicht."
In einer speziellen Schulung erhielten die Influencer Chan zufolge Tipps von internen und externen Experten – etwa dazu, wie man mit Social Media umgeht und eine gute Reichweite erzielt. "Hinter dem Projekt steht natürlich auch das Ziel, die Haspa als attraktiven Arbeitgeber nach außen darzustellen", sagte Chan.
Experten sehen Vorteile bei der Bewerbersuche
Dass der Ansatz Erfolg verspricht, meint Thomas Hoffmann vom Personalberater Robert Walters Germany. "Potenzielle Bewerber verlassen sich längst nicht mehr nur auf Bewertungsportale oder die Karriereseite. Sie betreiben aktive Recherche: Sie scannen gezielt die persönlichen Profile ihrer künftigen Führungskräfte und Kollegen auf Plattformen wie Linkedin", sagte er.
Ähnlich äußerte sich Sven Hennige vom Personalberater Robert Half: "Bestehende Mitarbeiter sind die besten Botschafter für das Unternehmen, gerade und besonders bei Social Media."
Demografischer Wandel erhöht Druck auf Banken
Die Suche nach Mitarbeitern gewinnt für die deutsche Bankenbranche derzeit stark an Bedeutung. Hintergrund sind der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel. In vielen Instituten wird in den kommenden zehn Jahren bis zu ein Drittel der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Entsprechend viele Stellen müssen neu besetzt werden.
Allein im dritten Quartal des vergangenen Jahres belief sich die Zahl der von Banken, Kreditinstituten und Fintech-Unternehmen in Deutschland öffentlich ausgeschriebenen Stellen auf rund 42.000, wie eine Erhebung des Berliner Personalmarktspezialisten Index-Gruppe zeigt.
Breite Beteiligung im Haus
Bei der Haspa konnten sich laut Chan grundsätzlich alle Mitarbeiter als Influencer bewerben. "Wir haben darauf geachtet, dass wir Teilnehmer aus möglichst vielen verschiedenen Bereichen des Hauses dabeihaben. Auch eine gewisse digitale Affinität war wichtig", sagte er.
Chan betonte: "Es geht nicht um Werbung der Haspa, sondern um ehrliche Einblicke aus unserem Haus." (mb/Bloomberg)
Einen ausführlichen Beitrag über Corporate Influencer finden Sie in der aktuellen Ausgabe 04/2025 von FONDS professionell ab Seite 422. Nach Anmeldung können Sie den Text auch hier im E-Magazin lesen.














