Der italienische Versicherungsriese Generali plant nach dem Abschluss diverser Verkäufe von Töchtern und Unternehmenssparten wieder andere Gesellschaften zu übernehmen. "Wir sind sehr interessiert, Gelegenheiten in der Sachversicherung und der Vermögensverwaltung zu nutzen", sagte Vorstandschef Philippe Donnet gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Kriegskasse sei gut gefüllt: Der Verkauf von einigen Landesgesellschaften hat dem Versicherer mit Hauptsitz Triest 1,5 Milliarden Euro eingebracht  –  500 Millionen Euro mehr als gedacht. Dabei ist der angekündigte und bis zu 1,9 Milliarden Euro schwere Verkauf der deutschen Lebensversicherungs-Tochter Generali Leben an die Run-off-Plattform noch gar nicht mitgerechnet. Die Übertragung sorgte in Deutschland bekanntlich für einen großen Wirbel, da andere Versicherer einen Reputationsschaden für die Branche fürchten.

Vorbild Allianz
Wie Generali das Geld verwenden will, sagte Donnet Reuters zufolge nicht. Er vertröstete Analysten und Journalisten auf November. Dann möchte der die Pläne für die kommenden drei Jahre vorstellen. Eines ist aber klar: Hinter den Zukäufen steckt eine ähnliche Strategie wie die der Allianz. Europas Branchenriese möchte durch gezielte Zukäufe wachsen, hält sich aber mit konkreten Schritten im Moment wegen der hohen Unternehmenspreise zurück (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Zu möglichen Zukäufen äußerte sich Generali-Chef Donnet bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2018. In diesem erwirtschaftete Generali laut Reuters so viel Gewinn wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Nettogewinn stieg um neun Prozent auf 1,33 Milliarden Euro und fiel damit höher aus als von Experten erwartet. Das operative Ergebnis legte um knapp drei Prozent auf 2,53 Milliarden Euro zu. Der Grund: Besseres Geschäft im Sach-, aber auch im Lebensbereich. Die Prämien stiegen um 6,5 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro.

Sachgeschäft in Deutschland zieht an
In Deutschland brach im ersten Halbjahr nicht nur der Wert des Neugeschäfts mit klassischen Spar- und Renten-Produkten um ein Viertel ein, auch Risiko-Policen wurden deutlich weniger verkauft. Die Prämieneinnahmen lagen in der Sparte aber um 5,3 Prozent über dem Vorjahr. Die Schaden- und Unfall-Sparte von Generali Deutschland steckte die Sturmschäden zu Beginn des Jahres in Norddeutschland dagegen weg und hielt die Schaden-Kosten-Quote mit 91,4 Prozent fast stabil. Konzernweit verbesserte sie sich auf 92,0 von 92,8 Prozent. (jb)