Die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit für ein Unternehmen, das dem Kreis des Finanziers Lars Windhorst zugerechnet wird, ist offenbar zurückgenommen worden. Dies berichten die dem "Redaktions-Netzwerk Deutschland" (RND) angeschlossenen Medien. Demnach hob ein niederländisches Berufungsgericht die Insolvenz von Windhorsts "Tennor Holding B.V." auf. Dies bestätigt das Gericht gegenüber dem "RND". Der Beschluss sei bereits vor Weihnachten gefallen.

Im November hatte ein Amsterdamer Gericht auf Antrag eines Investors die Holding für insolvent erklärt. Der Geldgeber hatte ein entsprechendes Verfahren angestrengt. Windhorst hatte dagegen Berufung eingelegt und angeführt, Tennor habe sich mit dem Antragsteller außergerichtlich geeinigt.

Auseinandersetzung mit der Bafin
Windhorst zeigt sich erleichtert über die Rücknahme. "Ach ja, und an diejenigen, die gezweifelt haben: Das Gericht in Amsterdam hat heute die Insolvenz-Entscheidung gegen meine Tennor Holding B.V. annulliert und aufgehoben. Nun geht´s mit viel positiver Energie und voller Kraft weiter voran", schreibt der Sponsor des Hauptstadtfußballklubs Hertha BSC auf einer Fanseite des Vereins.

Zuvor hatte der in der Ära des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl als "Wunderkind" gefeierte Windhorst Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Die Behörde hatte Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz aufgenommen und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet. Die Bafin ordnete in der Folge die Rückzahlung von 132,5 Millionen Euro an, für deren Entgegennahme nach Einschätzung der Bafin eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz nötig gewesen wäre. Windhorst hingegen vertrat den Standpunkt, er habe das Geld "mit Zustimmung" der Bafin zurückgezahlt.

Milliardenabflüsse wegen Windhorst-Investments
Die Mittel waren offenbar dafür gedacht, Wertpapiere von den Fonds der Investmentboutique H2O zurückzukaufen. Einige Portfolios von Starmanager Bruno Crastes hatten massiv in teilweise illiquide Wertpapiere von Unternehmen investiert, die dem Windhorst-Umfeld zuzurechnen sind. Als das Engagement bekannt wurde, zogen Anleger Milliarden ab. Später ordnete die französische Finanzaufsicht die zeitweilige Schließung einiger Fonds an. Diese wurden in liquide und illiquide Teile getrennt. Letztgenannte bleiben geschlossen und werden aufgelöst. (ert)