Hamburg als neuer Standort: JP Morgan greift in Deutschland weiter an
JP Morgan baut das Private Banking in Deutschland weiter aus. Nach München eröffnet die US-Bank nun auch einen Standort in Hamburg. Auch Berlin könnte künftig eine größere Rolle spielen.
Die US-Bank JP Morgan Chase expandiert mit ihrem Private-Banking-Geschäft weiter in Deutschland. Nach der Eröffnung eines Standorts in München im vergangenen Jahr hat sie nun auch Büros in Hamburg gefunden. Das verriet Caroline Pötsch-Hennig, Leiterin des Private Bankings in Deutschland, in einem Interview mit "Bloomberg News".
Die künftigen Büros in Hamburg befinden sich ihren Worten zufolge am Domplatz in der Innenstadt. "Unser Immobilien-Team trifft gerade die letzten Vorbereitungen", so Pötsch-Hennig. Mit einem Einzug sei für August oder September zu rechnen.
Ein Team von rund zehn Private Bankern soll sich künftig um vermögende Kunden im Norden kümmern. Die meisten Kollegen werden Pötsch-Hennig zufolge direkt in Hamburg sitzen, einige dürften auch von Frankfurt aus arbeiten. Geleitet wird das Private-Banking-Geschäft in Norddeutschland von André Spiewak, der bereits im vergangenen Jahr an Bord kam und zuvor unter anderem für die UBS tätig war.
Deutschland bleibt Wachstumsmarkt
"Wir haben in das Private Banking in Deutschland in den vergangenen Jahren viel investiert und tun dies auch weiter", sagte Pötsch-Hennig. Deutschland sei beim Wachstum im Private Banking immer eine Priorität gewesen.
Jahrelang hatte JP Morgan das Private Banking für Deutschland zentral aus Frankfurt betrieben. Die Eröffnung regionaler Büros ergibt Pötsch-Hennig zufolge Sinn, da sich das Vermögen über das ganze Land verteile – anders als etwa in Frankreich und Italien, wo es auf den Raum Paris beziehungsweise Norditalien konzentriert sei.
München wächst weiter
In München, wo JP Morgan seit Anfang vergangenen Jahres mit einem Private-Banking-Team vor Ort präsent ist, gibt es derzeit neun Berater, wie Matthias Musch erklärte, Leiter des dortigen Private Bankings. "Bayern ist eine der dynamischsten Wachstumsregionen in Deutschland", sagte Musch. "Hier trifft Old Economy auf New Economy. Es wird eine Menge Vermögen geschaffen, etwa wenn Gründer Anteile an ihren jungen Firmen verkaufen." Hinzu komme eine Vielzahl von Familienunternehmen.
In München steht für das Private Banking von JP Morgan bereits ein Umzug an. Die Bank hat einen Mietvertrag für die Maximilianhöfe unterschrieben, unweit des derzeitigen Standorts.
Berlin bleibt eine Option
Derweil richtet sich für die Private Banker der US-Bank auch der Blick nach Berlin. Dort hat das Team in den Räumlichkeiten von Chase, der Retailbank von JP Morgan, einen eigenen Bereich. Kollegen aus Frankfurt kommen mehrmals pro Woche nach Berlin und arbeiten von dort aus. Bislang gebe es dort "aber keine permanenten Private-Banking-Mitarbeiter", sagte Pötsch-Hennig. "Das könnte eine Option für die Zukunft sein. Bislang gibt es aber keine entsprechende Entscheidung."
In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat JP Morgan die Zahl der Berater im Private Banking in Deutschland verdoppelt, wie Pötsch-Hennig erklärte. Die Gesamtzahl der Berater liege "derzeit im guten, zweistelligen Bereich". (mb/Bloomberg)















