Die Hamburger Volksbank hat es mit gleich zwei Neuigkeiten in die überregionalen Medien geschafft. Zum einen verkündeten die Genossenschaftsbanker, dass die seit einem Jahr geplante Fusion mit der Volksbank Lübeck faktisch kurz vor Ultimo gescheitert ist. Zum anderen wird das hanseatische Geldinstitut 13 Filialen dauerhaft schließen, wie das Nachrichtenmagazin "Focus Online" unter Berufung auf das "Hamburger Abendblatt" berichtet.

"Wir werden jene Filialen, die wir Corona-bedingt geschlossen haben, nicht wieder eröffnen", sagte Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, Reiner Brüggestrat, gegenüber dem "Abendblatt". Das bedeute auch, dass somit fast die Hälfte der insgesamt 28 Filialen dauerhaft geschlossen bleibt. Das Bankhaus betont aber, dass die Schließungspläne bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie existierten, sie seien einfach nur jetzt realisiert worden.

Onlinebanking ist der Feind der Filiale
Damit reagiere man auf die Zeichen der Zeit: "Die Filialen verlieren für die alltäglichen Bankgeschäfte immer mehr an Bedeutung", wird Brüggestrat im Abendblatt zitiert. Der Bankbesuch sei zu einem "Luxusgut" geworden, für das eine andere Infrastruktur ausreiche: "77 Prozent unserer Kunden können ihre Bankgeschäfte online erledigen, und wir haben während der Corona-Pandemie gemerkt, dass die noch geöffneten Standorte ausreichend sind", erklärt der Bankchef und stimmt damit der Bundesbank zu, die vor einigen Wochen eine ähnliche Erklärung für das "Aus "vieler Zweigstellen abgab.  Die verbleibenden Standorte sollen dann modernisiert werden. Ferner werde das Personal des Dialogcenters, das Kunden per Video und Telefon unterstützt, aufgestockt.

Lübecker wollten nicht
Die Fusion zwischen beiden Genossenschaftsbanken ist einer Mitteilung der Hamburger zufolge am Widerstand der Lübecker gescheitert. Deren Vertreterversammlung hat am Dienstagabend (16. Juni) in geheimer Abstimmung gegen den Zusammenschluss votiert. "Wir bedauern sehr, dass der Aufsichtsrat und der Vorstand der Volksbank Lübeck seine Vertreter nicht von den Vorteilen der Fusion überzeugen konnte und wünschen alles Gute für die Zukunft", so Brüggestrat.

Beide Häuser hätten laut der Mitteilung ihre innovative Kultur und die städtischen Umfeldbedingungen als optimale Voraussetzungen für eine "Hanseatische Allianz" in der Metropolregion Hamburg gesehen. "Wir haben frühzeitig die Weichen für unsere genossenschaftliche Zukunft gestellt und halten, einvernehmlich mit unseren Vertreterinnen und Vertretern, an diesem Zukunftsmodell fest. Eine zunehmend strenge Regulatorik, die Digitalisierung aller Lebensbereiche, ein zunehmend härterer Wettbewerb und das anhaltende Niedrigzinsumfeld sind Ansporn und Verpflichtung, unsere genossenschaftlichen Geschäftsprinzipien im digital-persönlichen Zeitalter stetig weiterentwickeln", so der Bankchef weiter. (jb)