Die börsennotierte Naga Group übernimmt 25 Prozent der Anteile an dem Frankfurter Robo-Berater Easyfolio. Verkäufer ist die Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A). Naga habe die Option, den Anteil auf bis zu 49 Prozent aufzustocken, teilte der Hamburger Finanztechnologiespezialist mit.

Naga solle neben H&A "als weiterer Anker-Gesellschafter die technologische Weiterentwicklung von Easyfolio mit besonderem Fokus auf den Einsatz von Blockchain-Technologie unterstützen", heißt es in der Mitteilung.

"Wir sind dabei, verschiedene strategische Optionen für Easyfolio durchzuspielen", sagte eine H&A-Sprecherin auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Eine Idee sei beispielsweise, Zahlungen mit Kryptowährungen zuzulassen. "Das ist allerdings noch Zukunftsmusik", so die Sprecherin. Klar sei, dass es die bewährten Easyfolio-Angebote auch in Zukunft geben werde – unabhängig von den neuen Projekten.

50 Millionen Euro in vier ETF-Dachfonds
Die digitale Geldanlageplattform bietet im Wesentlichen vier ETF-Dachfonds an. Mit Easyfolio 30, 50 und 70 entscheiden sich Anleger für eine feste Aktienquote. Bei Easyfolio flex passt das Investmentteam von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers die Asset-Allokation an das aktuelle Marktumfeld an.

In Summe verwalten die Fonds inzwischen rund 50 Millionen Euro. Als H&A Easyfolio im Mai 2016 von der F.A.Z.-Gruppe gekauft hatte, lag das Volumen nur bei 16 Millionen Euro (FONDS professionell ONLINE berichtete). Das Vermögen wächst also, bleibt auf der anderen Seite aber deutlich hinter anderen Robo-Advice-Angeboten zurück. Die Sprecherin äußerte sich dennoch zufrieden. "Die Erwartungen haben sich erfüllt", sagte sie. Sie verwies unter anderem auf den "großen Knowhow-Transfer", den es zwischen Easyfolio und Hauck & Aufhäuser gegeben habe.

H&A-Eigentümer Fosun ist auch größter Naga-Aktionär
Hauck & Aufhäuser bleibe langfristig größter Anteilseigner von Easyfolio, betonte die Sprecherin gegenüber FONDS professionell ONLINE. Die Bank könne sich außerdem vorstellen, sich an weiteren digitalen Produkten und Geschäftsmodellen zu beteiligen.

Die Naga Group wurde 2015 gegründet, unter anderem von Yasin Sebastian Qureshi, dem früheren Geschäftsführer der Hamburger Varengold Bank. Seit Juli 2017 ist das Unternehmen an der Börse notiert. Größter Einzelaktionär mit knapp 26 Prozent ist der H&A-Eigentümer Fosun. H&A sei auch direkt an Naga beteiligt, so die Sprecherin. Das Hamburger Fintech sieht es als seine Mission an, "den veralteten Bankensektor zu revolutionieren", heißt es auf der Website des Unternehmens. (bm)