Hauck & Aufhäuser Privatbankiers gründet mit der Hauck & Aufhäuser Innovative Capital (HAIC) eine eigene Investmentgesellschaft für digitale Assets in Deutschland. Das berichtet die Privatbank in einer Aussendung. Die dafür notwendige Bafin-Lizenz als registrierte Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) hat das Bankhaus am 30. September erhalten.

Ein eigener Kryptofonds ist noch für die Auflage im Jahr 2020 geplant, sagte eine Sprecherin gegenüber FONDS professionell ONLINE. Im Fokus stehen beim Kryptofonds professionelle und semi-professionelle Investoren, "die aufgeschlossen für eine innovative Assetklasse sind und dabei Sicherheit, Leumund des Anbieters und Servicequalität aus ihren konventionellen Mandaten nicht missen wollen", so die Sprecherin. Hierzu zählen institutionelle Investoren, Family Offices, Vermögende Einzelpersonen (HNWIs und Affluents), aber auch kleine und mittlere Asset Manager bzw. Fondsinitiatoren.

Dass ein traditioneller Anbieter eine eigene Anlagegesellschaft einrichtet, die sich rein mit Kryptoassets beschäftigt, sei ein starkes Statement, sagt Sven Hildebrandt, Marktkenner und Chef des auf Blockchain-Anwendungen spezialisierten Beratungsunternehmens DLC gegenüber der Redaktion. Er erwartet, dass andere folgen werden. Es würden sich mittlerweile annähernd alle Vermögensverwalter damit auseinandersetzen. "Es geht vielfach über das Stadium hinaus, wo man nur darüber redet. In größeren Gesellschaften sind oft eigene Teams eingerichtet, in kleineren nimmt das meist der Geschäftsführer in die Hand", so Hildebrandt.

"Servicespektrum erweitern"
Hauck und Aufhäuser will nach Eigenangaben das Servicespektrum "um die innovative und zukunftsorientierte Komponente von digitalen Vermögenswerten" erweitern. Während Investoren Zugang zur Verwaltung digitaler Assets erhalten, biete man auf der anderen Seite Fondsinitiatoren Services in Setup, Administration und Verwahrung an, so Holger Sepp, Mitglied des Vorstandes bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers und zuständig für den Bereich Asset Servicing. Dabei kooperiert das Bankhaus mit Kapilendo als Kryptoverwahrer.

"Prognosen gehen von einer steigenden Nachfrage an Fondsprodukten für digitale Assets aus und auch auf Kundenseite spüren wir ein starkes Interesse". so Michael Bentlage, Vorstandsvorsitzender von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Man habe deshalb frühzeitig die Weichen stellen wollen. (eml)