Versicherungsgesellschaften und Banken suchen gerne die Kooperation. In einigen Bereichen entwickelt sich die Assekuranz aber zu einem ernst zu nehmenden Mitbewerber, etwa bei Immobilienkrediten. Die Versicherer sind vor allem bei extrem lang laufenden Krediten den Banken um Nasenlängen voraus, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. 

"Bei 15 bis 20 Jahren Laufzeit ist bei Kreditinstituten meist Schluss", sagt Jörg Thomas- Miß, Abteilungsleiter Immobilien und Finanzierung bei der Barmenia Versicherung gegenüber der SZ. Bei den Versicherern seien dagegen auch Zinsbindungen von 20 oder sogar 30 Jahren möglich. Die Barmenia bietet wie andere Lebensversicherer ebenfalls Immobilienkredite an.

Versicherer suchen lang laufende Anlagen
Der Beweggrund liegt auf der Hand: Versicherer müssen Milliarden an Kundengeldern möglichst risikoarm anlegen, um die Garantiezinsen zu erwirtschaften. Lang laufende Kredite seien daher eine Alternative zu renditearmen Staatsanleihen erstklassiger Bonität. "Für uns sind die Darlehen eine gute Kapitalanlage zur Gegenfinanzierung unserer langlaufenden Verpflichtungen", zitiert die Zeitung Thomas-Miß. Die Lebensversicherungsverträge in den Büchern der Anbieter laufen Jahrzehnte, bevor sie ausbezahlt werden. Deshalb seien die Gesellschaften auf besonders langfristige Kapitalanlagen aus, zu denen eben auch lang laufende Immobilienkredite gehören 

Das schlägt sich zusehends im Kreditvolumen nieder. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stieg das Volumen der von Versicherern ausgegebenen Immobilienkredite 2018 um 11,8 Prozent auf rund 8,4 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch Darlehen über knapp acht Milliarden Euro, die Kreditnehmern bereits zugesagt waren, aber noch nicht ausbezahlt worden sind. Auch in diesem Jahr deute alles auf einen erneuten deutlichen Anstieg hin, so der GDV gegenüber der Zeitung. (jb)