Immer mehr Asset Manager widmen sich dem Thema der nachhaltigen Geldanlage. Dafür benötigen die Anbieter in ökologisch und sozialen Fragen qualifizierte Mitarbeiter. Doch die sind rar. Das wiederum treibt die Gehälter für ESG-Spezialisten in die Höhe. So können in der Finanzmetropole London leitende Angestellte mit einem Grundgehalt von 120.000 bis 200.000 Pfund rechnen (140.000 bis 235.000 Euro). Dies berichtet der Branchendienst "Financial News" und beruft sich auf die Personalberatung Morgan McKinley.

"In London gibt es derzeit 4.000 bis 5.000 Personen, die sich mit ESG befassen", sagt Darren Burns von Morgan McKinley. "Das sind nicht genügend Kandidaten oder Fachleute, um den Bedarf zu decken", zitiert "Financial News" Burns weiter. Die Zahl der bei Banken und anderen Finanzdienstleistern ausgeschriebenen Stellen für ESG-Experten liegt über die ersten acht Monate von 2021 um fast 50 Prozent höher als im Vorjahr, so der Arbeitsmarktdatenanbieter Vacancysoft. Auch bei deutschen Asset Managern sind ESG-Experten gefragt, wie Karin Schambach von Indigo Headhunters im Interview mit FONDS professionell ONLINE berichtete.

Intern besetzt
Um die ESG-Teams zu bestücken, greifen die Asset Manager aber auch auf hauseigene Kandidaten zurück. "Wir beobachten, dass viele Stellen von internen Kandidaten eingenommen werden, die vielleicht nicht aus dem Bereich der Nachhaltigkeit kommen, die aber eine Leidenschaft gezeigt oder darin eine große Chance gesehen haben", berichtet Emma Penny von der Personalberatung Heidrick & Struggles "Financial News" zufolge. Der Bedarf an Fachpersonal dürfte so schnell auch nicht nachlassen. So haben sich auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow zahlreiche Investoren dazu bekannt, das Ziel der Klimaneutralität mit zu tragen. (ert)