Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wollen angesichts des Kostendrucks und des harten Wettbewerbs Teile des Sparkassengeschäfts bündeln. Damit solle die Sparkassen-Finanzgruppe gestärkt werden, erklären die beiden Institute in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Eine entsprechende Absichtserklärung sei am vergangenen Donnerstag (5. August) unterzeichnet worden.

Vorgesehen ist, das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement (ZWRM) mit Sparkassen beziehungsweise deren Kunden in der LBBW zusammenzuführen. Alle ZWRM-Geschäfte mit eigenen Corporate- und Mittelstandskunden verbleiben bei der Helaba. Die LBBW wird zusätzlich das komplette Verwahrstellengeschäft für Spezial- und Publikumsfonds der Helaba übernehmen.

Produkt- und Servicequalität sichern
Im Gegenzug soll die Helaba das Dokumentäre Auslandsgeschäft und den Auslandszahlungsverkehr für Sparkassen beziehungsweise deren Kunden beider Banken zusammenzuführen. Das Dokumentäre Auslandsgeschäft sowie den Auslandszahlungsverkehr für ihre eigenen Unternehmenskunden werde die LBBW weiterhin selbst ausführen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Helaba solle außerdem das Sorten- und Edelmetallgeschäft der LBBW übernehmen.

Für die Sparkassen und deren Kunden soll das bestehende Serviceangebot innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe weiter fortgeführt werden. "Die angestrebte Zusammenlegung einzelner Geschäftsfelder dient auch zur Sicherstellung der sehr hohen Produkt- und Servicequalität vor dem Hintergrund der weiterhin sehr großen Wettbewerbsintensität", schreiben die beiden Landesbanken.

Es besteht noch Gesprächsbedarf
Die Übereinkunft steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Die detaillierte Ausgestaltung der Übertragung der jeweiligen Geschäftsaktivitäten wird Gegenstand weiterer Gespräche sein.

In der Sparkassen-Gruppe wird schon seit langem über die Bündelung von Kompetenzen diskutiert. Die vier großen Landesbanken bieten zum Teil identische Dienstleistungen an. Vor diesem Hintergrund hatte Sparkassenpräsident Helmut Schleweis die Gründung eines Sparkassen-Zentralinstituts angeregt und dabei eine mögliche Fusion von Dekabank und Helaba angestoßen. Die Verhandlungen dazu wurden wegen der Corona-Pandemie allerdings auf Eis gelegt. (aa)