Der Zusammenschluss der Vermögensverwalter Henderson und Janus Capital markiert den Anfang einer Konsolidierungswelle in der Investmentbranche, urteilen viele Marktbeobachter und Akteure. Antriebsfedern für weitere Fusionen und Übernahmen unter Fondsanbietern seien vor allem die schärfere Regulierung und der stärkere Wettbewerb.

Investmentmanager, die aktiv Aktien und Anleihen auswählen, haben in den vergangenen Jahren Marktanteile an Gesellschaften verloren, die passiv investieren und niedrigere Gebühren verlangen. Seit kurzem verstärken traditionelle Asset Manager ihre Bemühungen, sich von den ETF-Anbietern nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen – und erweitern ihr eigenes Sortiment teilweise um passive Produkte. Doch Kenner bezweifeln, dass das ausreicht. "Es gibt unmittelbaren Gegenwind für die Branche", sagt Alex Birkin, Leiter Wealth und Asset Management beim Beratungsunternehmen EY, gegenüber Bloomberg. "Die organische Wachstumsstrategie ist schwierig und langsam, insbesondere im heutigen Umfeld."

Fusion soll Kunden und Aktionären nutzen
Aus Henderson und Janus Capital entsteht ein Vermögensverwalter mit einem Anlagevolumen von 320 Milliarden US-Dollar und einem Marktwert von etwa sechs Milliarden US-Dollar. Andrew Formica, CEO von Henderson, lobte den Schritt: "Andere werden sagen, sie wünschten, sie hätten es getan, oder sie werden selbst darüber nachdenken", sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV. "Es ist die zweckmäßigste Sache für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre." Das fusionierte Unternehmen, das Janus Henderson Global Investors heißen soll, wird allerdings im Vergleich zu den Branchenriesen Blackrock und Vanguard immer noch klein sein.

Bereits im Mai hatte Laurence Fink von Blackrock gesagt, er erwarte eine Konsolidierung in der Branche, weil zahlreiche Firmen Schwierigkeiten hätten, ihre Benchmarks zu schlagen und die Regulierung Index-Strategien bevorzuge. Analysten von Jefferies und Cantor Fitzgerald urteilen, der Zusammenschluss werde das Interesse auf weitere Transaktionen in der Branche lenken. "Diese Transaktion dürfte eine Runde der Fusionsspekulationen einläuten, unter Einbezug anderer Asset Manager wie etwa Jupiter", schrieb Cantor-Analyst Keith Baird in einer Einschätzung. (fp)