Die Nassauische Sparkasse (Naspa) mit Sitz in Wiesbaden plant, Negativzinsen für Privatkunden mit sehr großen Spareinlagen einzuführen. Das meldet die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf die Sparkasse, die zu den größten der Republik zählt. Demnach soll ab kommendem Monat einen Negativzins in Höhe von 0,4 Prozent für Privatkunden mit Einlagen von mehr als 500.000 Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten fällig werden. Betroffen sei eine "niedrige dreistellige Zahl" von Kunden, an welche die Kosten für die Lagerung von Geld, die die Europäische Zentralbank (EZB) allen Banken aufbrummt, weitergereicht werden. 

Die Deutsche Bundesbank hatte vor einiger Zeit eine Erhebung veröffentlicht, der zufolge zwar rund 50 Prozent der Banken und Sparkassen in Deutschland mittlerweile Negativzinsen erheben, so die Zeitung. Die meisten verlangen die 0,4 Prozent aber nur von Unternehmenskunden. Etwa zwölf Prozent der Institute halten auch bei Privatkunden die Hand auf, wenn diese sehr hohe Beträge gebunkert haben haben. Dazu zählt seit vergangenen Herbst etwa auch die Hamburger Sparkasse (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Weitere Banken denken über Strafzinsen nach
Die FAZ schreibt weiter, dass die jüngsten Signale der EZB für eine weiter sehr lockere Geldpolitik die eine oder andere Bank dazu bewegt haben, nun doch über "Strafzinsen" für vermögende Privatkunden nachzudenken. So wolle auch die Frankfurter Sparkasse ihre bestehenden Verwahrentgelte für große Firmenkunden und institutionelle Anleger "sukzessive" auf große Einlagen von Privatkunden von etwa 500.000 Euro an aufwärts ausweiten. Die Taunus-Sparkasse in Bad Homburg plane diesen Schritt nicht. 

Die Frankfurter Volksbank hingegen äußert sich gegenüber der FAZ indifferent: "Die Frankfurter Volksbank berechnet aktuell im klassischen Privatkundengeschäft keine Verwahrentgelte", sagte ein Sprecher gegenüber der Zeitung. "Mit privaten Anlegern, die einen institutionellen Charakter besitzen wie beispielsweise Notare und gleichzeitig über hohe Anlagesummen im Kontokorrentbereich verfügen, vereinbaren wir ein Verwahrentgelt." Dies gelte auch für Interessenten, die ausschließlich höhere Anlagesummen im Kontokorrent- oder Festgeldbereich "parken" wollten.(jb)