Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Commerzbank sind wütend. Grund: Die Bank hat nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) immerhin sechs Millionen Euro an diverse Fusionsberater gezahlt – und das, obwohl die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit der Deutschen Bank nur sechs Wochen nach ihrem Start bereits ad acta gelegt worden waren.

Den Arbeitnehmervertretern zufolge hätte ihnen der Vorstand versichert, dass keine Beraterhonorare fällig würden, da die Fusionsgespräche in einem "ergebnisoffenen" Stadium abgebrochen worden seien, berichtet die FAZ. Eine betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeits-Prüfung habe demnach noch nicht stattgefunden – jedoch eine Vorstufe dazu, weshalb die Riege der Consultants, darunter mehrere Investmentbanken wie Goldman Sachs, Rothschild und die Bank of America sowie Rechtskanzleien, nun bezahlt wurden.

"Wir fühlen uns über die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank schlecht informiert", sagte ein Aufsichtsratsmitglied gegenüber der FAZ. Eine Sprecherin der Commerzbank habe sich auf Anfrage nicht dazu äußern wollen. Vom Stand der Verhandlungen erfuhr der komplette Aufsichtsrat zu Beginn und zum Ende der Fusionsgespräche. Während der Gespräche tagte ein mit Arbeitnehmervertretern besetzter Sonderausschuss des Aufsichtsrates drei Mal.

"Kosten für Fusionsberater sind irrelevant"
Stephan Engels, Finanzvorstand der Commerzbank, hatte die Kosten der Fusionsberater vor Kurzem als irrelevant bezeichnet – immerhin habe die Commerzbank jährliche Aufwenungen in Höhe von sieben Milliarden Euro zu stemmen. Die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium fühlen sich laut FAZ dennoch hintergangen, da sie nach eigener Aussage nicht über den aktuellen Stand der Gespräche informiert waren und somit nicht mit den Kosten gerechnet hätten. (fp)