Die britische Großbank HSBC verschärft die Gangart bei ihrer Restrukturierung. Der Anlass, den bereits im Februar angekündigten Umbau nebst Sparprogramm zu beschleunigen und auszuweiten, ist die Covid-19-Pandemie. Von den Plänen der "Hongkong & Shanghai Banking Corporation", zu denen unter anderem Kosteneinsparungen in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar gehören, ist auch die deutsche Tochter HSBC Trinkaus & Burckhardt betroffen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf britische Medien meldet. Details dazu wie etwa mögliche Stellenstreichungen nannte die Wirtschaftszeitung aber nicht.

Das global agierende Kreditinstitut hat die Weichen für die Umsetzung seiner Pläne in Deutschland Anfang dieser Woche gestellt und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) deren Anteil in Höhe von 18,7 Prozent an der in Düsseldorf ansässigen Tochter abgekauft. Der Kaufpreis wird auf rund 260 Milliionen Euro geschätzt. Damit verfügt HSBC über 99,33 Prozent der Aktien. Die noch verbleibenden Aktionäre sollen eine Barabfindung erhalten, meldet die Wirtschaftszeitung. Der Anteil der LBBW stammt aus dem Jahr 1991, als sich eines der Vorgängerinstitute der LBBW an der Düsseldorfer Bank beteiligt hatte.

Dem Handelsblatt zufolge verkauft HSBC die vollständige Übernahme der Tochter als "Bekenntnis zu Europa", obwohl unzweifelhaft sei, dass Geschäftsbereiche hier auf dem Prüfstand stehen. In Deutschland laufe es für das Geldhaus aber besser als in anderen europäischen Ländern. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag 2019 Jahr bei 5,1 Prozent  und damit deutlich über dem europäischen Schnitt von 0,6 Prozent. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland war in den vergangenen Jahren auf 3.000 gestiegen, so die Wirtschaftszeitung. (jb)