Nach ihrem Verkauf plant die HSH Nordbank erhebliche Einschnitte bei der Belegschaft. Von den zuletzt 1.700 Stellen an den Hauptstandorten Hamburg und Kiel sollen 770 gestrichen werden. Dies sagten Arbeitnehmervertreter nach einem Treffen mit Bankchef Stefan Ermisch in Kiel mehreren Medienberichten zufolge. Die HSH Nordbank ist als erste deutsche Landesbank privatisiert worden und firmiert künftig als "Hamburg Commercial Bank" (HCOB).

Den Berichten zufolge soll unter anderem die IT-Abteilung in Teilen ausgelagert werden. So sollen von rund 180 IT-Angestellten in Kiel nur 60 in dem Geldhaus bleiben. Der Rest soll zu einem externen Anbieter wechseln. Bankchef Ermisch will dem Haus schlankere Strukturen verpassen und damit profitabler werden. Denn im Zuge der Privatisierung wechselt das Haus 2022 vom öffentlich-rechtlichen Haftungsverbund in die Einlagensicherung der privaten Banken. Dort gelten strengere Vorgaben, etwa eine Eigenkapitalrendite von mehr als acht Prozent.  

Losschlagen oder abwickeln
Die HSH Nordbank war 2003 aus dem Zusammenschluss der Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein entstanden. Das Institut geriet im Zuge der Finanzkrise jedoch in Schieflage und musste von den Ländern gerettet werden. Auf Anweisung der EU-Kommission mussten Hamburg und Schleswig-Holstein das Institut entweder verkaufen oder abwickeln. Ein Konsortium aus Finanzinvestoren rund um Cerberus und J.C. Flowers erwarb die Bank schließlich für rund eine Milliarde Euro. (ert)