Die Wertberichtigungen, die die Volksbank Brawo am Dienstag (5.5.) bei der Freistellung ihres Vorstandschefs Jürgen Brinkmann in Aussicht gestellt hatte, stammen zu einem großen Teil aus dem Immobiliengeschäft. Das erklärte die Bank am Mittwoch (6.5.) auf Anfrage von "Bloomberg News".

Dabei gehe es sowohl um Immobilien-Projektentwicklungen der Volksbank selbst als auch um Fälle, bei denen die Bank als Finanzierer externer Projekte beteiligt sei, hieß es von der Volksbank Brawo.

Immobiliengeschäft als zentrale Säule
Laut Angaben auf der Webseite zählt das Immobiliengeschäft zu den tragenden Säulen der Bank. Über die Jahre hinweg habe es in diesem Bereich Investitionen von rund 4,7 Milliarden Euro gegeben. Neben eigenen Projekten agiere die Volksbank Brawo auch als Dienstleister für Dritte in allen Bereichen der Immobilienwirtschaft.

Immobilien-Projektentwicklungen waren zuletzt wegen höherer Zinsen, gestiegener Baukosten und teilweise schwacher Nachfrage unter Druck geraten.

Neben der Freistellung von Brinkmann hatte die Volksbank Brawo angekündigt, vorsorglich bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen stellen zu wollen.

Neue Führung kündigt kritische Prüfung an
Die Führung der Volksbank Brawo übernimmt vorerst Lars Berkefeld als Vorstandssprecher. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir als Volksbank Brawo die aus Wertberichtigungen resultierenden Risiken aus eigener Kraft abbauen können", hatte Berkefeld am Dienstag (5.5.) erklärt. "Als Vorstand haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und der Sicherungseinrichtung des BVR aber dazu entschieden, entschlossen zu handeln."

Die bisherige Geschäftsstrategie der Brawo-Gruppe solle nun kritisch überprüft werden. (mb/Bloomberg)