Die Großbank ING ist nicht länger an einer Übernahme der Commerzbank interessiert. Dies berichtete Handelsblatt Online am Montag unter Berufung auf Finanzkreise. Die Niederländer hätten ihre Überlegungen bereits vor mehreren Wochen verworfen. Die ING habe ohnehin nie ein großes Interesse an der zweitgrößten deutschen Privatbank gehabt und wolle sich nun lieber auf eigene Projekte konzentrieren, schreibt Handelsblatt Online.

Nachdem Ende April die Fusionsgespräche zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank geplatzt waren, gab es immer wieder Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch die ING. Bereits zu dieser Zeit hätten sich die Niederländer aber dazu entschlossen, dem Frankfurter Geldinstitut keine ernsthaften Avancen zu machen. Der Entscheidung seien zwei Treffen zwischen Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke und ING-Chef Ralph Hamers vorausgegangen, bei denen sie einen möglichen Zusammenschluss ausgelotet hätten.

Gespräche über gemeinsame Vision
Insidern zufolge hätten die Vorstände erörtert, ob sie eine gemeinsame Vision für das Banking der Zukunft haben und sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Nach dem abrupten Ende der Fusionsgespräche von Commerzbank und Deutscher Bank hätten keine weiteren Treffen zwischen Zielke und Hamers mehr stattgefunden.

Der Commerzbank gingen damit so langsam die Bieter aus, schreibt Handelsblatt Online. Denn nicht nur die ING hat von einer Übernahme Abstand genommen. Auch die italienische Bank Unicredit und die französische BNP Paribas haben in den vergangenen Wochen entsprechende Überlegungen nicht weiter verfolgt. (am)