Viele Bundesbürger haben große Wissenslücken, wenn es um Wirtschaft oder Finanzen geht. Die Schulen tragen daran eine Mitschuld, sind die Mitglieder der neu gegründeten Initiative" Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland" überzeugt: Sie würden die Themen schlicht nicht ausreichend in den Lehrplan integrieren. "Ökonomische Bildung ist im deutschen allgemeinbildenden Schulsystem bisher sehr heterogen verankert und kommt zum Teil nur in homöopathischer Dosis vor", kritisiert Dirk Loerwald, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg, das zu den Initiatoren des Bündnisses gehört.

Zu den 50 Initiatoren zählen Lehrkräften sowie Verbände und Organisatione aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die Mitglieder des Bündnisses sehen dringenden Handlungsbedarf – und plädieren für ein Pflichtfach "Wirtschaft" an weiterführenden Schulen. Im Zentrum stehen müsse eine "objektive und fundierte Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge, um den Heranwachsenden einen aufgeklärten und reflektierten Umgang mit Wirtschaftsthemen zu ermöglichen", heißt es in einem Schreiben des Bündnisses.

Lehrkräfte müssen geschult werden
Das soll den Bundesbürgern ein verantwortungsvolles und eigenständiges Leben erleichtern. "Nur wenn Sinn, Legitimation und Funktionsweise der Wirtschaft eingeordnet werden können, haben Bürger die Möglichkeit, sich als Verbraucher, Arbeitnehmer oder Unternehmer verantwortungsvoll in die Gesellschaft einzubringen", sagt Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR). Dafür sei es auch nötig, die Lehrer entsprechend zu schulen. "Nur sach- und fachkundig ausgebildetes Lehrpersonal kann die jungen Menschen entsprechend unterrichten und die erforderliche Unabhängigkeit von möglicherweise interessensgeleiteten Einzelinitiativen gewährleisten." (fp)