Der Mitarbeiter von Union Investment, dem Insiderhandel vorgeworfen wird, sitzt in Untersuchungshaft. Einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

Es habe außerdem "Sicherungsmaßnahmen" gegeben – die Justiz hat also Vermögen arrestiert. Dass der Verdächtige in Untersuchungshaft sitzt, spricht dafür, dass die Ermittler Flucht- oder Verdunkelungsgefahr sehen.

"Fragwürdige Gewinne von neun Millionen Euro"
Union Investment hatte den Fondsmanager mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie vergangene Woche bekannt wurde. Ihm wird vorgeworfen, über Monate hinweg auf privaten Depots außerhalb der Systeme des Unternehmens verbotene Insidergeschäfte abgewickelt "und sich so in erheblichem Maße unrechtmäßig bereichert zu haben", wie der Asset Manager der genossenschaftlichen Finanzgruppe mitteilte.

Mittlerweile ist klar, um welche Summen es sich handeln soll: "Es geht um fragwürdige Gewinne von neun Millionen Euro", zitiert das "Handelsblatt" einen Sprecher der Behörde. Auch diese Information wurde FONDS professionell ONLINE von der Behörde bestätigt.

"Mehrere Verdachtsmeldungen von meldepflichtigen Instituten"
Der Fondsmanager hatte offensichtlich bei mehreren Banken über private Depots in großem Stil mit Aktien gehandelt. Die Geschäfte waren so auffällig, dass die Institute die Transaktionen bei der Finanzaufsicht Bafin anzeigten.

"Wir haben mehrere Verdachtsmeldungen von meldepflichtigen Instituten erhalten, denen wir im Hinblick auf Insiderhandel nachgegangen sind", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" einen Bafin-Sprecher. Am 21. August habe die Behörde die entsprechenden Informationen dann an die Staatsanwaltschaft Frankfurt übermittelt. Etwa zwei Wochen später durchsuchten die Ermittler dann Büroräume in der Union-Investment-Zentrale und das Haus des Beschuldigten. (bm)