OpenAI-Chef Sam Altman hat erklärt, dass das Unternehmen eine Phase erhöhter Sicherheitsbedenken rund um künstliche Intelligenz ohne den Druck eines frisch börsennotierten Unternehmens bewältigen wolle. Zugleich geht er davon aus, dass Investoren mit Blick auf die Börsenpläne "geduldig" sein werden.

Der ChatGPT-Entwickler passe sich derzeit an ein "neues Niveau" der KI-Leistungsfähigkeit und die damit verbundenen zusätzlichen Sicherheitsanforderungen an, sagte Altman am Dienstag (29.9.) im Interview mit "Bloomberg TV".

"Wir wollen einfach erst einmal festen Boden unter die Füße bekommen und sicherstellen, dass wir verstehen, wie wir auf diese neue Weise arbeiten und einige der vor uns liegenden Entscheidungen ohne den Druck eines frisch börsennotierten Unternehmens treffen können", sagte Altman.

Börsengang frühestens im kommenden Jahr
Die Äußerungen gehören zu seinen bisher ausführlichsten Erklärungen für die Entscheidung des Unternehmens, einen möglichen Börsengang frühestens auf das kommende Jahr zu verschieben. OpenAI und der langjährige Rivale Anthropic hatten zuvor beide vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Anthropic könnte womöglich bereits in diesem Herbst sein Börsendebüt geben.

Die beiden KI-Unternehmen standen in den vergangenen Wochen verstärkt unter Beobachtung. Grund ist das Potenzial ihrer Technologie für katastrophale Schäden nach einer Reihe von Cybersicherheitsvorfällen mit ihren KI-Systemen und existenziellen Warnungen einfacher Beschäftigter aus der Technologiebranche.

OpenAI verwirft neues Modell
OpenAI teilte in dieser Woche mit, dass das Unternehmen die Pläne für die Einführung einer GPT-6.1-Version seines Spitzenmodells Astra verworfen habe. Nach einer Reihe jüngster Hackerangriffe durch außer Kontrolle geratene KI verwies das Unternehmen auf erhöhte Risiken.

OpenAI entschuldigte sich in dieser Woche zudem bei Australien für einen Angriff auf Regierungswebsites, der von einigen seiner KI-Modelle ausgeführt worden war.

30 Milliarden Dollar statt Börsengang
Während OpenAI den Zeitpunkt seines Börsengangs neu überdenkt, führt das Unternehmen Gespräche über eine neue Finanzierungsrunde. OpenAI will mindestens 30 Milliarden Dollar von Investoren bei einer Bewertung von rund 1,4 Billionen Dollar einsammeln, wie Bloomberg am Dienstag berichtete.

Die Finanzierung soll als Überbrückungsrunde dienen und dem Unternehmen anstelle eines Börsengangs ausreichend Kapital verschaffen. "Wir werden irgendwann an die Börse gehen", sagte Altman. (mb/Bloomberg)