Bei der Cyber-Attacke auf die Darmstadter Haftpflichtkasse am vergangenen Wochenende sind Kundendaten gestohlen worden. Die Versicherung stuft den Angriff nach eigenen Angaben als kriminellen Akt ein. Um welche Daten es sich genau handelt, werde gerade von Experten ausgewertet. "Sofern der Datenabfluss personenbezogene Daten beinhaltet, wird die Haftpflichtkasse unverzüglich alle notwendigen und gebotenen Schritte in die Wege leiten", teilt der Versicherer mit. Mitbewerber sind nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nicht attackiert worden.

Der Angriff zielte auf die IT-Struktur des Versicherers. Aus diesem Grund ist die Internetseite der Gesellschaft immer noch down. Es wurde eine Not-Homepage eingerichtet, auf der die Kunden laufend informiert werden. Mittlerweile ist der Versicherer auch telefonisch wieder erreichbar. In begrenztem Umfang würden auch bereits wieder Schadensregulierungen geleistet. Es sei aber noch nicht absehbar, wann der Geschäftsbetrieb wieder vollständig aufgenommen werden kann.

Interpol warnt vor Angriffe auf Versicherer
Über die Motive für diese Tat kann nur spekuliert werden. Die internationale Polizeiorganisation Interpol warnt aber seit einiger Zeit davor, dass Hacker Versicherer ins Visier nehmen, die Cyber-Police im Sortiment haben. Dann würden gezielt deren Firmenkunden angegriffen, weil diese wegen des Versicherungsschutzes eher Lösegeld zu zahlen bereits sind als solche ohne. Allerdings hat die Haftpflichtkasse laut dem Gewerbeversicherungsportals Finanzchef24 überhaupt keine Cyberveeträge im Angebot.

Die Axa Versicherung wurde im Mai Opfer eines Hacker-Angriffs, weil sie kurz zuvor angekündigt hatte, Angriffe über Ransomware, an die häufig Lösegeldforderungen gegenüber den betroffenen Unternehmen geknüpft sind, in Frankreich nicht mehr zu versichern.  (jb)