Bei der Universa Versicherungsgruppe kam es Anfang Juli zu einem Datenschutzvorfall, bei dem Kundendaten an Dritte außerhalb der Gesellschaft gelangten. Ein sogenannter KI-Web-Crawler, der das Internet systematisch nach Information absucht, konnte sich Zugriff auf die Daten verschaffen. Entsprechende Medienberichte hat die Gruppe, zu der die Universa Lebensversicherung, die Universa Krankenversicherung und die Universa Allgemeine Versicherung gehören, auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE bestätigt.

Der Grund war demnach, dass es am 7. Juli im Rahmen einer IT-Umstellung zu einer temporär fehlenden Sicherheitseinstellung kam, so der Versicherer. Damit war der Zugriff auf einen IT-Server der Universa für wenige Stunden möglich. In dieser Zeit wurden Daten von diesem Server durch einen automatisierten Web-Crawler des US-amerikanischen Anbieters für künstliche Intelligenz (KI) OpenAI abgerufen. 

Kein Hackerangriff
"Somit handelt es sich nicht um einen gezielten Angriff durch Kriminelle, sondern um einen automatisierten Vorgang, wie er im Internet regelmäßig stattfindet", betont die Universa. OpenAI habe nach unverzüglicher Kontaktaufnahme bestätigt, dass die von ihrem automatisierten Web-Crawler abgerufenen Daten nicht für Trainings ihrer KI-Modelle genutzt werden. Kunden und Behörden wurden zudem informiert. Allerdings sagte die Gesellschaft nicht, wie viele Kunden betroffen sind.

Der Server, der zum automatisierten Datenaustausch mit Vertriebspartnern vorgesehen ist, sei auch unverzüglich abgeschaltet worden. Dort lagen allgemeine personenbezogene Daten, etwa Namen und Anschriften sowie Vertragsdaten wie Versicherungsnummern und Tarifinformationen – bei einigen Kunden auch Bankverbindungsdaten. "Nicht betroffen waren besonders sensible Informationen wie Gesundheits-, Login- oder Kreditkartendaten und die zentralen Verwaltungs- und Datensysteme sowie das Kundenportal", so die Universa. (jb)