Nach dem Zusammenschluss von Janus und Henderson liegen die beiden Asset Manager bei der Integration "sehr gut im Plan", sagt Daniela Brogt, Vertriebschefin für Deutschland bei dem vereinten Fondsanbieter. "Durch Synergien können wir Kostenblöcke freimachen, die uns für wichtige Investitionen einen größeren Spielraum eröffnen", so die Managerin im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Das britisch-australische Fondshaus Henderson und der US-Anbieter Janus Capital hatten im Oktober 2016 ihre Hochzeit angekündigt. Der Zusammenschluss soll Kosten senken und mehr Schlagkraft im Wettbewerb verleihen. Ende Mai 2017 war die Fusion vollzogen worden.

Druck auf aktive Manager steigt
"Unter unseren Kunden stößt der Zusammenschluss auf Zustimmung", berichtet Brogt, die vor der Fusion den Deutschland-Vertrieb von Henderson geleitet hatte, auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. "Dies spiegelt sich auch in den Nettomittelzuflüssen wider, die sich im vergangenen Jahr im dreistelligen Millionenbereich bewegten." Damit unterscheidet sich jedoch das Bild hierzulande von der Lage des Gesamtkonzerns. Weltweit erlitt das Haus im vergangenen Jahr Nettomittelabflüsse von 10,2 Milliarden Dollar. Nur dank der Marktentwicklung war das verwaltete Vermögen von 320 auf rund 370 Milliarden Dollar gestiegen.

Die Konzernspitze zeigte sich bei der Präsentation der Jahreszahlen hingegen überzeugt, dass sich diese Entwicklung bald umkehrt – und verweist dabei auf die Performance der Produktpalette. Der Großteil der Fonds habe ihren jeweiligen Vergleichsindex übertroffen. Auf lange Sicht seien beide Häuser dank des Zusammenschlusses für schwierigere Zeiten gerüstet. "Die Branche befindet sich weiterhin im Umbruch. Der Druck auf die Margen aktiver Manager wird steigen", argumentiert Brogt. "Wir haben uns mit der Fusion frühzeitig positioniert und freuen uns, einen starken und passenden Partner gefunden zu haben."

Frage der Positionierung
Beide Häuser hätten vor dem Zusammenschluss hinsichtlich ihrer Größe weder zu Boutiquen noch zu den globalen Häusern gezählt, erläutert Brogt die Motivation für die Fusion. "Daher stellte sich die Frage, wie wir uns mit Blick auf die Herausforderungen positionieren, vor denen die Branche steht", berichtet die Sales-Managerin. "Entweder hätten wir uns als Spezialanbieter aufstellen oder eine Wachstumsstrategie einschlagen können. Wir haben uns aber für eine Wachstumsstrategie entschieden."

Durch die transatlantische Fusion würden sich beide Häuser zu einer größeren, stärkeren Einheit zusammenfügen. "Geografisch gesehen ergänzen sich unsere Absatzmärkte sehr gut", meint die Vertriebsleiterin. Auch im Produktangebot fänden sich nur wenige Überschneidungen. "Lediglich im US-amerikanischen Geschäft gab es einige wenige Dopplungen, etwa bei Aktienstrategien in Schwellenländern", räumt Brogt ein. "Demgegenüber stärkte Janus unseren Anleihebereich, insbesondere bei flexiblen Bond-Strategien." So war der einstige Pimco-Starmanager Bill Gross 2014 zu Janus gewechselt.

Doppelspitze nicht auf Dauer
Die Firmenspitze des vermählten Unternehmens setzt sich aus den Vorstandschefs der Vorgängerfirmen zusammen, Dick Weil von Janus und Adrew Formica von Henderson. "Die Doppelspitze ist für den Anfang sinnvoll", erläutert Brogt die Struktur. Die beiden stünden dafür, die Kulturen der beiden Häuser zusammenzuführen. "Doch das Unternehmen hat stets klargestellt, dass die Doppelspitze nicht auf Ewigkeit angelegt ist", hält die frühere Henderson-Frau fest. Der Deutschland-Vertriebsleiter von Janus Capital, Oliver Stahlkopf, war zur Fondssparte von BNP Paribas gewechselt.

Bei ihrer Deutschlandstrategie legt Brogt wie schon bei Henderson den Fokus auf den Wholesale-Bereich. Jedoch werde das institutionelle Kundensegment weiter ausgebaut. Hierfür hatte das Haus auch Sales-Profis eingestellt. "Wir sehen uns als Partner für Banken, Dachfonds oder Vermögensverwalter sowie ausgewählte institutionelle Kunden", erläutert die Deutschland-Leiterin. "Gleichwohl sind wir realistisch: Mit der aktuellen Personalstärke müssen wir uns fokussieren, um auch eine entsprechende Servicequalität zu gewährleisten." (ert)