Jobkiller KI? Von wegen: Bankmanager rechnen sogar mit mehr Jobs
Künstliche Intelligenz verändert Banken – doch statt massiver Jobverluste erwarten Führungskräfte zunächst mehr Personal. Neue Rollen in IT und Datenanalyse könnten klassische Tätigkeiten teilweise verdrängen.
Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz (KI) schürt Ängste vor massiven Stellenstreichungen in der Finanzbranche, doch Führungskräfte europäischer Banken rechnen in naher Zukunft nicht mit einer solchen Entwicklung.
Der KI-Ausbau europäischer Banken könnte in den kommenden drei Jahren zu einem Anstieg der Netto-Mitarbeiterzahl um durchschnittlich vier Prozent führen. Dies geht aus einer Umfrage von "Bloomberg Intelligence" unter Führungskräften von 57 globalen Banken hervor. Der Zuwachs spiegelt die Bemühungen der Institute wider, IT- und Daten-Fachkräfte einzustellen, um die Technologie flächendeckend einzusetzen.
Stellenstreichungen dürften sich laut dem Bericht "auf routinemäßige, operativ geprägte Aufgaben konzentrieren", wobei Positionen in Callcentern und im Middle-Office dem unmittelbarsten Risiko ausgesetzt sind. Rollen im Handel, in der Risikomodellierung oder in der Analyse gelten vorerst als sicherer.
Wandel statt Massenentlassungen
Die Ergebnisse der Umfrage dienen als Realitätscheck für diejenigen, die auf schnelle und umfassende Kosteneinsparungen durch KI-gestützte Umstrukturierungen setzen. Sie deuten darauf hin, dass den 2,7 Millionen Beschäftigten im europäischen Finanzsektor Massenentlassungen zumindest vorerst erspart bleiben.
Die Belegschaft wird sich eher in der Zusammensetzung wandeln als schrumpfen, auch wenn Unternehmen wie HSBC und ABN Amro mehrjährige Anpassungen erwägen.
KI könnte Erträge und Gewinne steigern
Trotz dieser pragmatischen Erwartungen gehen die befragten Führungskräfte davon aus, dass die Einführung von KI bis 2028 zu einer Ertragssteigerung von sechs Prozent und einem Gewinnplus von acht Prozent gegenüber den Konsensschätzungen für die 45 größten europäischen Banken führen wird.
Dies sei wahrscheinlich eher eine "Obergrenze als ein Basisszenario, angesichts der dünnen Beweislage, der ungleichmäßigen Einführung und der historisch schwachen Bilanz der Banken bei der Umwandlung von Technologieausgaben in Produktivitätsgewinne", so Tomasz Noetzel, Senior-Analyst bei "Bloomberg Intelligence".
Für die Umfrage wurden im September und Oktober 2025 leitende Angestellte von Banken mit mehr als 5.000 Vollzeitbeschäftigten über einen Online-Fragebogen befragt. Die Teilnehmer gaben an, über fundierte Kenntnisse der Kostenbasis ihrer Banken sowie der aktuellen und künftigen KI-Pläne zu verfügen. (mb/Bloomberg)















