Der US-Finanzriese JP Morgan Chase hat am Dienstag (11.11.) in Berlin ein neues Büro mit Platz für rund 400 Mitarbeitende eröffnet. Der Standort soll als Zentrale für eine geplante Retail-Digitalbank in Deutschland dienen – zugleich sollen dort auch andere Unternehmensbereiche angesiedelt werden.

Das neue Büro umfasst mehr als 5.500 Quadratmeter Fläche über zwei Etagen, teilte die US-Bank mit. Es befindet sich in zentraler Lage in der Nähe des Checkpoint Charlie in Berlin-Mitte.

Start der Chase-Digitalbank im zweiten Quartal 2026
Die neue Digitalbank soll unter dem Namen Chase in Deutschland eingeführt werden. Der Start ist für das zweite Quartal des kommenden Jahres geplant. "Chase hat in Berlin bereits mehr als einhundert Arbeitsplätze geschaffen und plant, in den kommenden Jahren weiter zu wachsen und zusätzliche Mitarbeitende einzustellen", hieß es in der Mitteilung.

Berlin als Standortvorteil
Die Entscheidung für Berlin spiegele die Rolle der Hauptstadt als Zentrum der deutschen Fintech- und Start-up-Szene wider. "Die Vielfalt an digitalen Talenten in Berlin macht die Stadt zum idealen Standort, um Chase voranzubringen und weiterzuentwickeln", sagte Daniel Llano Manibardo, Head of Germany, International Consumer Banking.

Bereits bei der offiziellen Ankündigung der neuen Bank hatte JP Morgan Chase erklärt, ein speziell für den deutschen Markt angepasstes App-basiertes Angebot aufbauen zu wollen. Zum Start soll ein Tagesgeldkonto angeboten werden.

Wachsende Konkurrenz im Digitalbanking
JP Morgan Chase ist nicht die einzige ausländische Bank, die mit einem digitalen Retailangebot nach Deutschland expandiert. Bereits im Sommer war die spanische BBVA in diesem Segment gestartet. Das bedeutet vor allem mehr Wettbewerb für Direktbanken wie ING Deutschland und die DKB der BayernLB.

Der deutsche Retailbanking-Markt gilt als einer der am stärksten umkämpften der Welt. Neben großen Privatbanken wie der Commerzbank konkurrieren hier auch Hunderte Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken um Marktanteile.

Neue Konditionen erwartet
BBVA hatte zum Markteintritt ein gebührenfreies Girokonto mit drei Prozent Zinsen im Jahr angeboten – deutlich mehr als viele deutsche Banken und Sparkassen. Auch JP Morgan Chase stellte "attraktive Konditionen" in Aussicht, nannte bislang jedoch keine konkreten Details.

In den neuen Berliner Büros werden künftig neben den Retailbankern auch Mitarbeitende aus dem Private Banking und dem Corporate Banking tätig sein, wie das Institut erklärte. (mb/Bloomberg)