Durch Gebührenkappungen und eine konsequente Bereinigung der Produktpalette hat J.P. Morgan Asset Management seinen Anlegern insgesamt 200 Millionen Euro sparen können. Das sagte Christoph Bergweiler, verantwortlich für das Geschäft von J.P. Morgan AM in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland, im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in Ausgabe 1/2018 erschienen ist.

"Wir haben bereits vor mehr als zwei Jahren begonnen, die Verwaltungsgebühren zu deckeln und Skaleneffekte an Anleger weiterzugeben", so Bergweiler. Angesichts zukünftig niedrigerer Ertragserwartungen sei eine adäquate, möglichst niedrige Kostenbelastung für die Gesamtrendite der Anleger von umso größerer Bedeutung. "Wir sind allerdings davon überzeugt, dass es mit aktivem Management möglich ist, einen Mehrwert gegenüber passiven Anlagen zu erzielen", sagte Bergweiler. "Wenn ein Produkt diesen Mehrwert nicht bringt oder wegen seiner Größe nicht effizient verwaltet werden kann, sind wir inzwischen sehr konsequent darin, unsere Produktpalette zu bereinigen und Kosten zu sparen."

Etwa die Hälfte der Einsparungen von insgesamt 200 Millionen Euro entfielen auf die europäischen Fonds von J.P. Morgan AM. "Hier geht unser Appell auch eindeutig an die gesamte Branche, sich aus Bereichen zurückzuziehen, wenn kein echter Mehrwert geboten werden kann", sagte Bergweiler. "Es gilt, die 'aktive Gebühr' zu rechtfertigen und, wenn dies nicht darstellbar ist, tatsächlich auch auf passive Lösungen oder alternativ auf Kooperationen im Sinne von Advisory zu setzen. Das ist als Treuhänder der Kundengelder dann ehrlicher."

"Wir hatten nie den Anspruch, alle glücklich zu machen"
J.P. Morgan AM wurde Ende Januar auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim bereits zum zwölften Mal in Folge mit dem Service-Award für herausragende Betreuung der Vertriebspartner ausgezeichnet. Im Interview erläutert Bergweiler seine Vertriebsphilosophie. Wichtig ist ihm unter anderem die fachliche Unterstützung der Vertriebspartner. "Wir haben den Fokus bewusst auf Kooperationspartner gelegt, die sich der 'Beratungsführerschaft' verschrieben haben. Wir hatten nie den Anspruch, alle glücklich zu machen."

Bergweiler betont, sich auch künftig ausschließlich auf das B2B-Segment konzentrieren zu wollen. "Einzelne Wettbewerber denken sicher auch darüber nach, selbst Endkunden stärker anzusprechen – entweder direkt oder über Robo-Lösungen. Für uns hingegen sehe ich den klaren und unveränderten Fokus auf der Unterstützung von Banken, Sparkassen und selektierten Verwaltern." Die Entwicklung von "strategischen Kernpartnerschaften" sei ein "wichtiges Wachstumsfeld" und biete auch für die Zukunft noch Potenzial.

"Es ist, wenn Sie so wollen, auch eine Frage der Moral, ob ich zu einem Partner in Konkurrenz treten will", so Bergweiler. "Schließlich decken die großen Institutsgruppen mit ihren Diskontbanken und Onlinebrokern auch das beratungsfreie Geschäft ab. Und gemessen am möglichen Absatz, ist dies kein Konflikt, den ich austragen möchte." (me/bm)


Das vollständige Interview mit Christoph Bergweiler ist in FONDS professionell 1/2018 erschienen. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.