Seit gerade einmal fünf Monaten steht Philipp Rickenbacher an der Spitze von Julius Bär. Nun hat der Ex-Unternehmensberater einen Plan vorgelegt, der die Schweizer Bank trotz steigenden Margen- und Investitionsdrucks profitabler machen soll. Konkret heißt das: Es wird noch mehr gespart – vor allem an den Personalkosten. Bis zum Jahr 2022 will das Institut 200 Millionen Franken einsparen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Dafür werden im laufenden Jahr 300 der momentan noch rund 6600 Stellen gestrichen.

Der Jobabbau wird sich voraussichtlich durch alle Bereiche der Bank ziehen. So will sich das Institut laut FAZ unter anderem von jungen Kundenberatern trennen, die zu niedrige Erträge generieren, und stattdessen junge Technik-Talente einstellen. Nicht nur Mitarbeiter in Europa sind von dem rigorosen Sparkurs betroffen: Die Niederlassung auf den Bahamas wird wohl schließen, auch die Büros in Kairo, Johannesburg und Beirut stehen auf dem Prüfstand. Aus einigen lateinamerikanischen Märkten hat sich Julius Bär bereits zurückgezogen.

Zehn Prozent mehr Gewinn
Mit dem neuen Sparpaket gibt Julius Bär seinen Wachstumskurs auf. Bisher lautete die Devise, jedes Jahr netto vier bis sechs Prozent mehr Kundengeld ins Haus zu holen. An diesem Ziel scheiterten die Eidgenossen im vergangenen Jahr deutlich: Sie schafften nur ein Plus von 2,8 Prozent. Die Zürcher Bank verwaltet für ihre Kunden Gelder von 426 Milliarden Franken (398 Mrd. Euro) und zählt damit zu den größten Vermögensverwaltern in Europa. 

Nun sollen die Bankmitarbeiter nur noch Neugeschäft an Land ziehen, das ordentlich Profit bringt. In Kombination mit den geplanten Kostensenkungen soll der Gewinn vor Steuern so bis 2022 pro Jahr um mehr als zehn Prozent steigen. (fp)