Die niederländische Rabobank beendet zum Jahresende ihr Privatkundengeschäft in Deutschland. Die genossenschaftliche Finanzgruppe hatte jüngst angekündigt, einen Käufer für das Retailgeschäft suchen zu wollen – oder den Bereich ganz einzustellen. Nachdem sich kein Interessent fand, wickelt die Bank nun das Direktkundengeschäft ab. Das Firmenkundengeschäft sei von der Entscheidung nicht betroffen, betont das Institut.

"Eine Kombination aus hohen Ersparnissen, günstiger Finanzierung durch die Europäische Zentralbank sowie niedrigen Zinsen wirkt sich langfristig negativ auf die Rentabilität des Direktbankgeschäfts aus", sagt Klaus Vehns, Europa-Chef des Direktbankgeschäfts der Rabobank. "Eine Entwicklung, die wir sehr bedauern, vor allem mit Blick auf den Verlust der Arbeitsplätze, der mit dieser Entscheidung einhergeht."

"Reibungslosen Schließungsprozess sicherstellen"
Mit den betroffenen 62 Mitarbeitern sei ein Sozialplan ausgehandelt worden. Die Kunden sind über die Kontoschließung informiert. Über die kommenden Monate werde die Bank alle Kunden "mit individuellen Informationen bezüglich der Kontoschließung begleiten", heißt es in einer Mitteilung. "Wir werden unser Bestes geben, um einen für alle Kunden reibungslosen Schließungsprozess sicherzustellen", versichert Vehns.

Die Niederländer hatten mit der Marke Rabodirect bei deutschen Sparern überwiegend online über Tages- und Festgeldangebote Geld eingeworben. Den Deutschland-Start im Jahr 2012 hatte das Haus mit einer aufwändigen Werbekampagne eingeläutet. Die Genossen sind mit dem Rückzug nicht allein. Die ebenfalls niederländische ABN Amro hatte im August 2020 mitgeteilt, ihre Online-Marke Moneyou in Deutschland einzustellen. (ert)