Die BayernLB will an ihren bestehenden Homeoffice-Regeln festhalten und diese nicht verschärfen. Das hat Karin Kreithmeier, seit einem Jahr Personalchefin der Landesbank, in einem Interview mit "Bloomberg News" deutlich gemacht. Zwar bringe die Präsenz im Büro viele Vorteile mit sich, doch könne die Bank mit flexiblen Homeoffice-Möglichkeiten als Arbeitgeber punkten.

"Bei der BayernLB gibt es keine starren Quoten zum ortsungebundenen Arbeiten und daran halten wir aktuell fest", erklärte Kreithmeier. Die Landesbank setze auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter – "und das klappt ganz gut".

Andere Arbeitgeber, auch in der Bankenbranche, haben ihre Regelwerke zum Homeoffice zuletzt verschärft. Dazu zählen unter anderem die Deutsche Bank und die Oldenburgische Landesbank.

Anwesenheitsquote steigt – kein "Di-Do-Problem" wie bei anderen Instituten
Laut Kreithmeier liegt die durchschnittliche Anwesenheitsquote bei der BayernLB derzeit bei knapp 45 Prozent – mit steigender Tendenz. An einzelnen Tagen falle sie auch deutlich höher aus. Zudem verteile sich die Präsenz inzwischen gleichmäßiger über die Woche. "Wir sehen jetzt auch an Montagen höhere Anwesenheiten in der Bank", sagte Kreithmeier.

Traditionell werden Montage und Freitage besonders häufig von Mitarbeitern fürs Homeoffice genutzt. LBBW-Chef Rainer Neske hatte in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr vom "Di-Do-Problem" gesprochen, das er besser in den Griff bekommen wolle. Auch bei der LBBW gibt es – wie bei der BayernLB – weiterhin keine starren Homeoffice-Vorgaben.

Flexibilität als Vorteil im Recruiting
Kreithmeier zufolge schätzen viele Kollegen die Flexibilität, die das Homeoffice bietet. "Auch im Recruiting macht uns das als Arbeitgeber attraktiver", sagte sie. Zugleich biete die Präsenz im Büro aber auch "viele Vorteile", etwa mit Blick auf die Zusammenarbeit. Die Bank betone daher regelmäßig die Bedeutung der Anwesenheit und erneuere dabei "den Wunsch des Vorstands, mindestens an zwei bis drei Tagen pro Woche in der Bank zu sein".

Beim mobilen Arbeiten gebe es keine Einheitslösung für alle Beschäftigten, so Kreithmeier. In manchen Bereichen funktioniere Homeoffice besser als in anderen. Wer etwa im Kundengeschäft tätig sei, habe naturgemäß eine höhere Präsenz, während beispielsweise im Research ortsungebundenes Arbeiten oft deutlich einfacher möglich sei.

Workation wird nur punktuell genutzt
Das mobile Arbeiten ist nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt. So bietet die BayernLB beispielsweise Workation an, also das zeitlich begrenzte Arbeiten im Ausland. "Das wird aber nur punktuell genutzt", sagte Kreithmeier. Insgesamt zeigte sie sich mit der durchschnittlichen Präsenz der Mitarbeiter zufrieden – "wobei ich weniger präsente Mitarbeitende gerne noch etwas näher in Richtung Mittelwert motivieren würde", erklärte sie. (mb/Bloomberg)