KI-Modell "Mythos": DZ-Bank-Chef fordert mehr Tempo bei IT-Sicherheit
Künstliche Intelligenz beschleunigt das Wettrennen zwischen Angreifern und Verteidigern – DZ-Bank-Chef Cornelius Riese fordert deshalb mehr Fokus auf IT-Sicherheit und sieht zugleich Grenzen beim aktuellen KI-Einsatz in Unternehmen.
DZ-Bank-Chef Cornelius Riese betont angesichts jüngster Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) die Bedeutung von IT-Sicherheit. Der Entwickler Anthropic hatte mit seinem Modell "Mythos" vor Kurzem die Bankenbranche und viele Aufsichtsbehörden in Aufregung versetzt.
"Anthropic hat uns gezeigt, dass AI den Wettlauf zwischen Verteidigern und Angreifern noch einmal exponentiell beschleunigt", schrieb Riese am Montag (4.5.) in einem Linkedin-Beitrag. "Umso wichtiger: ein schneller Marktzugang zu den relevanten Anbietern, ein risikoorientiertes Vorgehen in der IT-Sicherheit sowie eine IT-Infrastruktur, die unter anderem durch konsequentes Patch-Management stets auf dem neuesten Stand ist."
Aufsichtsbehörden, Zentralbanker und Unternehmenslenker bemühen sich, mehr Einblick in das Modell "Mythos" zu gewinnen. Es ist bislang nicht breit verfügbar und soll das Potenzial haben, digitale Schwachstellen auszunutzen.
"Mythos" muss im täglichen Risikomanagement beachtet werden
Anthropic hatte die Veröffentlichung von "Mythos" zunächst auf einige Dutzend Unternehmen beschränkt. Dazu zählen etwa JP Morgan Chase, Amazon und Apple. Diese Firmen sind Teil des sogenannten "Project Glasswing", das darauf abzielt, die wichtigsten Systeme abzusichern, bevor ähnliche KI-Modelle breiter verfügbar werden.
Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing hatte unlängst in seiner Funktion als Chef des Bankenverbands gesagt, das sei "mit Sicherheit nicht irgendwas, was auf unserer Seite jetzt zu Panik oder zu irgendwelchen Alarmglocken führt". Aber es sei etwas, was im täglichen Risikomanagement beachtet werden müsse.
Ernüchterung beim KI-Einsatz
Riese sprach derweil in seinem Beitrag auch von einer gewissen Entzauberung mit Blick auf KI. "In komplexen Prozessen mag ein dezentraler Nutzen in einzelnen Teams entstanden sein, gleichzeitig stellen wir aber auch oftmals Parks an Chatbots fest. Ihren Nutzen für die gesamte Organisation messbar und damit Controlling-fähig zu machen, bleibt eine Herausforderung", schrieb Riese.
Agentenketten könnten mit einer zentraleren Herangehensweise in Zukunft den Einsatz von KI effizienter machen. Das werde gerade in der DZ Bank erprobt. "Die bekannte Regel scheint sich hier zu bewahrheiten: Man überschätzt die Wirkung disruptiver Technologien auf Sicht von ein bis zwei Jahren und unterschätzt sie in fünf bis zehn Jahren", so Riese. (mb/Bloomberg)














