Kunden, die klassische Lebensversicherungen mit einer garantierten Mindestrendite besitzen, müssen sich auf eine weitere Senkung der Verzinsung einstellen. "Das jetzige Zinsniveau an den Kapitalmärkten erhöht den Druck auf die Unternehmen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

2019 war der langjährige Sinkflug bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen weitgehend zum Stillstand gekommen. Viele Gesellschaften hielten die laufende Verzinsung stabil, manche erhöhten sie sogar (FONDS professionell ONLINE berichtete) – das wird sich Bader zufolge aber nicht wiederholen.

Atempause dank Zinszusatzreserve
Ein wesentlicher Grund für die Atempause war die veränderte Berechnung der Zinszusatzreserve (ZZR), die Versicherer seit 2011 schaffen müssen, um die hohen Garantie-Versprechen der Vergangenheit in der Zinsflaute abzusichern. Versicherer dürfen den Kapitalpuffer nun langsamer aufbauen. "Durch das stark gefallene Zinsniveau seit Jahresanfang wird ein Teil der Entlastung durch den langsameren Aufbau der Zinszusatzreserve aufgezehrt", erläutert Bader.

Die für Kunden wichtige laufende Verzinsung der klassischen Altersvorsorgeprodukte setzt sich aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung zusammen. Über die Höhe der Überschussbeteiligung entscheiden die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu: Hier hatte die Änderung der Berechnungsmethode der ZZR dazu geführt, dass die Gesellschaften weniger für den Puffer zurücklegen mussten und ihren Kunden im laufenden Jahr mindestens die gleiche Rendite wie 2018 zahlen werden. (jb)