Durch die Coronakrise hat sich vieles verändert, im Großen wie im Kleinen. Nicht zuletzt betrifft das auch die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren. In den immer selteneren Momenten, in denen Kommunikation noch analog und nicht durch einen Bildschirm hinweg stattfindet, wird ein großer Teil des Gesichts von einer Maske bedeckt. "Das irritiert sowohl Sender als auch Empfänger der nonverbalen Gesichtskommunikation", sagt Kommunikationstrainer Stefan Häseli. Wenn so viel Deutungsfläche ausfällt, werde der Fokus auf das gelenkt, was noch sichtbar bleibt: die Augen. 

"Der Blickkontakt, das Blickverhalten und generell die Augen waren im Rahmen der Kommunikation schon immer wichtig – jetzt sind sie zentrales Element und die letzten verfügbaren Fenster zur Seele", sagt Häseli. Über die Augen lässt sich eine große Bandbreite an Gefühlen ausdrücken. "Wer Maske trägt, muss sich bewusst sein, dass die Augen das verbliebene Transportmittel von Aussagen und Botschaften sind", sagt der Experte. Am besten sei es, wenn Menschen ihre Botschaften durch ihre Gesten, wie etwa einen "Daumen-hoch" und Worte unterstreichen. 

Präsent und deutlich
"Solange uns die Maske in der Alltagskommunikation begleitet, braucht es die volle Präsenz" sagt Häseli. Jede kleinste Abweichung der Aufmerksamkeit werde jetzt vom Gegenüber bemerkt. "Menschen hingegen, die man gut durch aufmerksame Blicke und ruhige, sichere Gestik lesen kann, die sich trotz Mund-Nasen-Schutz deutlich und hörbar artikulieren und ihren Worten durch Betonungen bestimmtes Gewicht geben, helfen uns dabei, im Umgang gelassener und zugänglicher zu werden", sagt der Kommunikation-Coach. (fp)