Die Börsenturbulenzen durch die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid 19 haben der DWS in den ersten drei Monaten 2020 unter dem Strich Mittelabzüge beschert. Dies teilte die Fondstochter der Deutschen Bank bei Bekanntgabe der Zahlen zum Auftaktquartal mit. Demnach zogen Anleger 2,5 Milliarden Euro ab. Zuflüsse verbuchten hingegen vor allem Geldmarktfonds des Hauses. Ohne diese hätte sich der gesamte Nettomittelabfluss sogar auf 6,1 Milliarden Euro beziffert. Beim Branchenprimus Blackrock hatte der Zuspruch bei Geldmarktfonds zu positiven Absatzzahlen geführt.

Die Abzüge der Fondsanleger schmälerten auch die Erträge der DWS. Diese fielen im Vergleich zum Schlussquartal 2019 um 24 Prozent auf 524 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 betrug der Rückgang zwei Prozent. Zugleich machten sich die Kosteneinsparungen bemerkbar. Der Gewinn vor Steuern sackte zwar gegenüber Ende 2019 um ein Drittel ab auf 179 Millionen Euro. Das ist aber immer noch 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Gedämpfter Ausblick
"In einer noch nie dagewesenen Situation haben wir ein starkes erstes Quartal gehabt, was die Widerstandskraft unseres Geschäfts unterstreicht", betont Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DWS. Aus diesem Grunde halte die Firmenführung an ihrem Vorschlag an die Anteileigner fest, eine Dividende in Höhe von 1,67 Euro pro Aktie auszuschütten. Andere Asset Manager, wie das ebenfalls mehrheitlich in Bankbesitz befindliche französische Haus Amundi, hatten hingegen die Gewinnbeteiligung gekippt.

Die DWS gibt allerdings einen verhaltenen Ausblick auf das Gesamtjahr. "Aufgrund der Pandemie werden zwar sowohl die Erträge als auch die Kosten in diesem Jahr niedriger ausfallen als 2019", kündigt Finanzchefin Claire Peel an. Notfalls wollen die Frankfurter aber noch strikter sparen. Das Management der DWS sei entschlossen und in der Lage, weiteres Einsparpotenzial zu finden und umzusetzen, sollte es die Ertragssituation im weiteren Verlauf des Jahres erforderlich machen, heißt es weiter.

Aktionärstreffen kommt später
An dem mittelfristigen Ziel einer bereinigten Aufwand-Ertrags-Relation von unter 65 Prozent bis Ende 2021 wollen Wöhrmann und sein Team festhalten. Allerdings unter der Einschränkung, dass sich die Märkte im zweiten Halbjahr 2020 wieder erholen. "Angesichts der Auswirkungen der Pandemie auf die Erträge erwarten wir in den kommenden Quartalen jedoch einen vorübergehenden Anstieg dieser Kennzahl", warnt die DWS-Führung.

Zudem kündigt die DWS an, die ursprünglich für den 18. Juni geplante Hauptversammlung ins vierte Quartal zu verschieben. "Diese Entscheidung wurde angesichts der Pandemie sowie unter Berücksichtigung des aktuell vorherrschenden regulatorischen Geists getroffen", heißt es in der Mitteilung. "Insbesondere haben wir auch die Pflicht, die Gesundheit unserer Aktionäre, Mitarbeiter und Dienstleister zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten."

Betrieb aus dem Homeoffice
Zudem haben die Frankfurter mit einem Notfallplan auf die Corona-Krise reagiert. Durch diesen sei die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs implementiert und sichergestellt, dass die gesamte Belegschaft jetzt auch von außerhalb der Büros arbeiten könne und kritische Funktionen an Ausweichstandorten durchgeführt werden können, berichtet das Haus.

"Darüber hinaus haben wir einen global integrierten Kontrollraum eingerichtet, um die Pandemie und ihre Auswirkungen in den einzelnen Regionen zu beobachten und zu bewerten", heißt es weiter. "Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass wir, wenn nötig, entschiedene und verantwortungsbewusste geschäftliche Maßnahmen einleiten können."

Die Mitarbeiter stünden zudem über Audio- und Videoformate regelmäßig in Kontakt mit den Kunden. Zuletzt habe die DWS eine Million Euro an gemeinnützige Organisationen in einigen von der Pandemie am härtesten getroffenen Ländern gespendet, in denen das Unternehmen tätig ist. (ert)