Die Beschwerden von Verbrauchern über Banken und Versicherungsgesellschafen sind vergangenes Jahr gestiegen. Die Finanzaufsicht Bafin zählte insgesamt 9.547 Klagen und Anfragen zu Kredit- und Finanzdienstleistern, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Deutsche Presse Agentur (DPA) meldet, der wiederum die Zahlen vorliegen. 2019 waren es nur 8.525 Klagen gewesen. 

Besonders viele Anfragen gab es der Meldung zufolge zu Alltäglichem wie Kontoführungsgebühren oder Überweisungen. Im vergangenen Jahr beschwerten sich viele Kunden auch über die umstrittenen Zinsanpassungsklauseln bei langfristigen Prämiensparverträgen. Diese wurden vor allem in den 1990er-Jahren bis Anfang der 2000er Jahre verkauft und bieten zusätzlich zum veränderbaren Zins eine Prämie. Die Banken haben den variablen Zins in den vergangenen Jahren massiv gesenkt. Verbraucherschützer haben die Frage der korrekten der Berechnung der variablen Zinsen mittlerweile vor den Bundesgerichtshof getragen.

Corona kein großes Problem gewesen
Dagegen gab es nur wenige Klagen im Zusammenhang mit Corona-Beschränkungen: 105 gingen der Meldungen zufolge bei der Bafin ein. Darunter waren ältere Kunden, die beispielsweise Schwierigkeiten bei der Abwicklung ihrer Bankgeschäfte aufgrund der vorübergehenden Schließung von Bankfilialen oder Geschäftsstellen monierten. Zugleich sei es wegen der stärkeren Nutzung des Direkt- oder Online-Bankings teilweise zu Beeinträchtigungen gekommen.

Verbraucher beschwerten sich auch des Öfteren über Versicherungen. Bei der Finanzaufsicht trafen 2020 insgesamt 8.216 Anfragen (2019: 7.851) zu Versicherungsprodukten ein. Am häufigsten monierten Kunden die Schadenbearbeitung oder die Höhe der Versicherungsleistung. Etwa 200 Eingaben habe es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegeben. Es ging dabei vor allem um Reiserücktritts- oder Betriebsschließungsversicherungen. Wegen letzterer gab es eine Reihe von Klagen gegen Versicherer. (jb)