Die Credit Suisse soll einen wechselwilligen Topmanager von Detektiven beschattet haben lassen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Schweizer Medienmeldungen und Züricher Finanzkreise. Die Schweizer Großbank selbst schweigt laut der Wirtschaftszeitung zu dem Thema.

Bei dem Manager handelt es sich um Iqbal Khan. Dieser ist offiziell noch Chef der Vermögensverwaltungssparte der Credit Suisse, die wohlhabende Kunden betreut. Ab Oktober ist aber die UBS sein neuer Arbeitgeber, bei dem er ebenfalls das Geschäft mit den Vermögenden leiten soll.

Tumulte ums Handy
Der Vorfall wurde bekannt, nachdem Kahn bemerkte, dass er und seine Familie in Zürich von drei Personen beobachtet wurden. Diese folgten ihnen im Auto. Einem Bericht der Schweizer "Sonntagszeitung" zufolge habe Kahn den betreffenden Wagen mit seinem Handy fotografiert. Daraufhin haben die drei versucht, ihm das Smartphone zu entreißen. Das sei misslungen, da Passanten auf den Tumult aufmerksam wurden.

Züricher Behörden haben dann Ermittlungen aufgenommen und entdeckt, dass es sich bei den drei Verfolgern um Privatdetektive handelt. Die Staatsanwaltschaft habe gegen sie ein Strafverfahren wegen Nötigung und Drohung eröffnet. Die Beschuldigten saßen in Untersuchungshaft, sollen aber wieder auf freiem Fuß sein.

Branchenkenner verweisen auf Bank
Bei der Suche nach deren Auftraggeber soll dann schnell der Name der Credit Suisse gefallen sein. Die Trennung von Kahn sei alles andere als reibungslos verlaufen, es habe vielmehr Ärger gegeben. Schließlich wechsele in der Regel nicht nur eine Person, sondern auch ganze Teams. Und Khan solle versucht haben, Banker von der Credit Suisse abzuwerben, wobei man ihn habe überführen wollen, so die Erklärung der Brancheninsider aus der Bankmetropole. Das bestreitet der Topmanager aber: Er halte sich selbstverständlich an sämtliche Abmachungen mit der Bank.

Der Vorfall soll aber noch ein Nachspiel haben. Laut dem Handelsblatt interessiere sich nur die Züricher Staatsanwaltschaft für die Ereignisse. Medienberichten zufolge soll die Finanzaufsicht Finma die Vorgänge ebenfalls verfolgen, was sie aber nicht kommentiert habe. (jb)