Blackrock hat einige wichtige personelle Entscheidungen getroffen. Der größte Vermögensverwalter der Welt hat Mark Wiedman zum neuen Leiter des internationalen Geschäfts und der Unternehmensstrategie ernannt. Er wird zudem direkt an Blackrock-Chef Larry Fink berichten, wie die "Financial Times" (FT) schreibt. Wiedman, der bislang für die ETF-Tochter iShares zuständig gewesen ist, rückt damit in den Kreis der möglichen Nachfolger für Finks Vorstandsposten auf. Zudem plant der Asset Manager, weltweit 500 Stellen abzubauen. 

Der 66-jährige Fink hat bislang keine Hinweise gegeben, dass er in näherer Zukunft zurücktreten wolle. Laut FT gibt es aber schon seit einiger Zeit Spekulationen in der Branche und bei dem Vermögensverwalter selbst, wer einst seinen Platz einnehmen wird. Die Wirtschaftszeitung zählt insgesamt "drei Marks und zwei Robs" als mögliche Kandidaten auf: Gemeint sind neben Wiedman Aktienchef Mark Wisemam, Blackrock-Präsident Rob Kapito, Amerika-Chef Mark McCombe und Rob Goldstein, der für das operationelle Geschäft zuständig ist. 

Strategien für weiteres Wachstum
Fink selbst kündigte die Änderung im Führungskreis von Blackrock in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter an. "Die Änderungen, die unsere Branche derzeit beschäftigen, bedeuten, dass wir Strategien für weiteres Wachstum finden müssen", schreibt Fink laut der FT. "Dazu müssen wir unter anderem einheitlich an die internationalen Märkte gehen und unseren Namen und Marke gezielter einsetzten. Mark wird mit mir und den übrigen Führungsteams daran arbeiten, diese Ziele zu erreichen."

Die Beförderung von Wiedman, dessen bisherigen Posten Salim Ramji übernehmen wird, kommt nicht völlig überraschend. Blackrock verwaltet rund 6,4 Billionen US-Dollar. Im dritten Quartal 2018 sanken die Mittelzuflüsse in aktiv verwaltete Fonds auf 10,6 Milliarden Dollar – dem niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Dagegen haben die passiven Indexfonds, für die Wiedman verantwortlich war, erneut mehr Investoren gefunden.

Drei Prozent der Blackrock-Mitarbeiter sollen gehen 
Ein anderes Problem versucht der Vermögensverwalter mit dem Stellenabbau zu lösen, der rund drei Prozent der insgesamt über 14.000 Mitarbeiter triff. Die Branche steht angesichts der volatilen Märkte und sinkenden Gebühren durch die ETF-Konkurrenz zunehmend unter Druck. Blackrock ist mit einer Gewinnmarge von rund 40 Prozent zwar weiterhin extremst profitabel, so die FT. Dennoch ist der Kurs der Blackrock-Akie im vergangenen Jahr um 24 Prozent gesunken.

Diese Entwicklung will Blackrock laut dem internen Memo mit Investitionen in aussichtsreiche Bereiche wie IT und Indexfonds stoppen. Außerdem soll der Vertrieb ausgebaut werden, was in Teilen mit den frei gewordenen Geldern durch die Entlassungen gestemmt werden soll. (jb)